Wissenschaftskommunikationsplattform für Jugendliche
 

Currently Viewing Posts Tagged Forschung

fti…remixed Speeddating im Rahmen von JUGEND INNOVATIV

Am Dienstag, 31. Mai 2022, fand eine fti…remixed Dialogveranstaltung in Form eines Speeddatings im Rahmen von JUGEND INNOVATIV in der Aula der Wissenschaften statt.

Schüler:innen beim fti…remixed Speeddating im Rahmen von Jugend Innovativ © PlanSinn, 2022

Jugend Innovativ ist Österreichs smartester Schulwettbewerb für innovative Ideen und fördert die besten Talente seit 1987. Jugend Innovativ hat sich mittlerweile zur größten bundesweiten Bühne für innovative Ideen etabliert. ​

Schüler:innen aus verschiedenen Schulen aus ganz Österreich, die beim Wettbewerb von Jugend Innovativ teilgenommen haben, nahmen beim Speeddating teil und hatten die Möglichkeit, sechs Forscher:innen kennen zu lernen und sie über ihren Berufsweg und Arbeitsalltag zu befragen.

Projektleitung: Christa Bernert, Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK)

Konzept und Moderation: Andrea Dobersberger und Annemarie Sulzberger, PlanSinn Planung & Kommunikation GmbH

Folgende Expertinnen haben beim Speeddating mitgemacht:

  • Doris Schmidt arbeitet bei der BOKU:BASE und beschäftigt sich mit Eisen-Nanopartikeln, die den Boden und das Wasser säubern können.
  • Piotr Majdak ist bei der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ÖAW am Institut für Schallforschung tätig und arbeitet daran, das räumliche Hören besser zu verstehen.
  • Kerstin Kugler arbeitet bei den Wiener Netzen und ist dort Gruppenleiterin für Abfallwirtschaft und Wareneingang. Sie beschäftigt unter anderem auch damit, wie der Strom zu uns nach Hause kommt. 
  • Milena Nowak beschäftigt sich mit Virtual Reality und forscht am VRVis – Zentrum für Virtual Reality und Visualisierung Forschungs-GmbH.
  • Stefan Sgouridis arbeitet bei Allianz Technology im Bereich Softwareentwicklung. Sein Spezialgebiet ist das Testen und Analysieren von Computerspielen.
  • Miriam Hernandez Carreres ist beruflich bei Johnson Controls Integrated Solutions GmbH verankert und entwickelt dort Lösungen im Themenfeld rund um Smart Home.

Doris Schmidt: Selbstheilung für Boden und Wasser

Doris Schmidt arbeitet an der Universitätfür Bodenkultur bei der BOKU:BASE, einem Sprungbrett für viele junge Start Ups. Ziel ist es, Ideen, Technologien und Strategien für nachhaltige Entwicklung in der Gesellschaft zu unterstützen.

Nach ihrem Schulabschluss wollte Doris zuerst Medizin studieren, ist dann aber durch Zufall auf das Studium der Erdwissenschaften gestoßen. In diesem Fach absolvierte sie Bachelor und Master an der Universität Wien und hängte noch ein Doktorat der Umweltwissenschaften dran. Ihre Spezialisierungen sind unter anderem Nanotechnologie, Hydrogeologie, Wasserchemie, Petrologie oder Materialforschung.

Doris Schmidt erklärt den Jugendlichen, wie die Nanopartikel den Boden reinigen. © PlanSinn, 2022

Man kann alles schaffen, selbst wenn man nicht gut in der Schule war“, erzählt Doris aus eigener Erfahrung. Das Studium der Erdwissenschaften hatte Doris eigentlich ausgewählt, weil sie dachte, dass nur drei Fächer zu belegen sind (sie hat das Kleingedruckte nicht gelesen). Es stellte sich heraus, dass aber eigentlich eine Vielzahl an Fächern wie Chemie, Physik, Mineralogie, Biologie, Mathematik usw. Teil des Studiums sind. Doris engagiert sich neben ihrem Berufsleben auch ehrenamtlich beim Samariterbund in der Katastrophenhilfe und hilft Schlüler:innen als Lern-Coach.

Als Forschungsgegenstand hat Doris eine kleine Flasche mit schwarzer Flüssigkeit mitgebracht – Eisen-Nanopartikel, die den Boden und das Wasser reinigen können. „Von welchen Schadstoffe werden Boden oder Wasser gereinigt?“, wollten die Jugendlichen wissen. Von Schwermetallen über Erdöl bis zu Benzin werden können dem Boden viele verschiedenen Schadstoffe entzogen werden. Ziel ist es, den Boden anzuregen, sich selbst wieder zu heilen und sich mit der Zeit zu regenerieren. Dass es beim Forschen auch viel ums Ausprobieren geht, wurde am Tisch bei Doris gut gezeigt.

Damit festgestellt werden kann, welche Nano-Partikel für welche Schadstoffe zur Reinigung geeignet sind, müssen unzählige Tests durchgeführt werden. „Das Ausprobieren und die Versuche machen mir am meisten Spaß“, so Doris.

Eisen-Nanopartikel, die den Boden und das Wasser reinigen können. ©VOGUS / Wolfgang Voglhuber

In ihrem aktuellen Berufsalltag bei der BOKU:BASE ist Doris dafür verantwortlich, jungen Start Up‘s Labore und Makerspaces für deren Arbeit zur Verfügung zu stellen. Die angehenden Forscher:innen sollen ihre Ideen testen und umsetzen können, um vielleicht später auch eigene erfolgreiche Unternehmen zu gründen.

Für Doris bedeutet Forschung, Ideen umsetzen, experimentieren und die Welt verbessern. Was sie allen mitgeben möchte ist, Spaß zu haben und Dinge auszuprobieren.

Piotr Majdak: Wie klingt ein Cocktailparty-Effekt?

Piotr Majdak beantwortet den Jugendlichen ihre Fragen rund um seinen Forschungsalltag, ©VOGUS / Wolfgang Voglhuber

Piotr Majdak arbeitet bei der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) am Institut für Schallforschung.

Schon seit er klein war, hat er sich für Elektrotechnik und Musik interessiert. Da Informatik alleine für Piotr zu trocken gewesen wäre, hat er auch ein Musikinstrument gelernt und das auch später in seiner Ausbildung kombiniert. Nachdem er die HTL Weiz (in der Steiermark) mit dem Schwerpunkt Elektrotechnik abgeschlossen hatte, studierte er an der Technischen Uni Graz sowie an der Kunstuniversität Graz (KUG) Elektrotechnik und Tontechnik in Kombination mit dem Instrument Gitarre. Danach spezialisierte er sich weiter und machte einen PhD am Institut für Elektronische Musik und Akustik, ebenso an der KUG. In seinem Berufsalltag am ÖAW beschäftigt sich
Piotr täglich mit dem räumlichen Hören und wie man es besser verstehen kann.

Die Forschungsgegenstände von Piotr: Brille mit integrierten Kopfhörern, Kopfhörer und Smartphone. © PlanSinn, 2022

Beim Speeddating konnten die Teilnehmenden direkt eine Brille mit integrierten Kopfhörern ausprobieren. Die Hologramme aus Star Wars sind zwar noch nicht Realität, aber durch die Forschung von Piotr soll es möglich werden, z.B. beim Videotelefonieren das Gefühl zu bekommen, dass die Person, mit der wir sprechen, akustisch vor uns steht. Die Forschung rund um das räumliche Hören hilft auch, Hörgeräte weiterzuentwickeln und beispielsweise dem sogenannten „Cocktailparty-Effekt“ entgegenzuwirken. Die Arbeit von Piotr hilft also Menschen mit einem schlechten Gehör, ihre Umgebung akustisch wieder gut wahrzunehmen.

Die Jugendlichen wollten von Piotr wissen, was er eigentlich den ganzen Tag so macht. 90 % seiner Zeit forscht Piotr, er macht akustische Experimente und programmiert bzw. entwickelt Algorithmen für bessere Akustik. Die restlichen 10 % ist Piotr auch an der Universität tätig. Dort betreut er Masterarbeiten, hält Kurse und gibt sein Wissen an junge Studierende weiter.

Ein Highlight für viele Jugendlichen war es zu erfahren, dass etwas Alltägliches wie das Hören ein wichtiger Forschungsbereich ist. Es gibt viele Möglichkeiten, technische Studienrichtungen auch mit etwas Kreativem zu verbinden. Im Fall von Piotr ist es die Kombination von Informatik, Elektrotechnik und Musik.

Bleibt neugierig und macht, was ihr am liebsten und besten könnt!“, so die abschließenden Worte von Piotr.

Kerstin Kugler: Was passiert mit den alten Stromkabeln bei den Wiener Netzen?

Kerstin Kugler ist bei der Wiener Netze GmbH in der Material- und Lagerwirtschaft tätig.

Zu den Wiener Netzen ist sie durch ein Praktikum gekommen, das sie dann auch zu ihrem berufsbegleitendem Studium der Elektronik und Wirtschaft an der FH Technikum Wien inspiriert hat. Sie hat auch einen Master in Arbeits- und Organisationspsychologie und Human Ressources Management und einen Master of Business Administration berufsbegleitend erworben. Bei den Wiener Netzen arbeitet Kerstin im Logistikcontrolling. Sie beschäftigt sich mit der Abwicklung von Jahresbauverträgen, Sortimentsbereinigung, Prüfung von Materialverfügbarkeiten und technischen Attesten.

Kerstin Kugler mit ihrem Forschungsgegenstand – einem Kabelaufriss © PlanSinn, 2022

Wenn Baustellen etwas brauchen oder eine Leitung dringend getauscht werden muss, holen sich die Bauarbeiter:innen die Kabeltrommeln oder auch nur ein Stück Kabel aus dem Lager. Insbesondere in der Zeit von Rohstoffknappheit muss in diesem Bereich gut koordiniert werden. Diese Kabel liegen in ganz Wien in der Erde vergraben. Meistens sind es 20KV (Kilovolt) Mittelspannungskabel. Kerstin erklärt den Jugendlichen, dass diese Kabel aus drei Strängen/Phasen bestehen. Im Kern hat jeder Strang ein Kupferkabel. Dieses stellt den Leiter dar und muss selbstverständlich ordentlich isoliert sein. Daher liegen mehrere Schichten aus Kunststoff zur Isolierung und Abschirmung vor anderen Spannungen rund um den Kupferkern. Das schützt die Leitungen auch vor Witterung, Tieren und Beschädigungen durch Grabungsarbeiten. Aber nicht nur die Beschaffung und den Überblick über die Kabel ist Kerstins Aufgabe. Sie ist auch für die Entsorgung der Altkabel zuständig. Kupfer ist ein wertvoller Rohstoff, daher gibt es Firmen, die diese Altkabel aufkaufen und das Kupfer weiterverarbeiten.

Der Forscherin ist es ein großes Anliegen, Mädchen und junge Frauen für die Forschung zu gewinnen. Kerstin ist auch als FIT (=Forschung, Innovation, Technologie) Botschafterin unterwegs und engagiert sich im Verein „Wimen – Frauen in Energie, Mobilität, Bildung, Öffentlicher Raum, Umwelt und Gender“. Ob bei Schulbesuchen oder im Rahmen des Speeddatings, sie gibt ihre Begeisterung für Technik überzeugt an junge Frauen weiter, so auch an die teilnehmenden Jugendlichen.

Milena Nowak: Projizierte Wirklichkeit mit der HoloLens

Milena Nowak ist bei VRVis – Zentrum für Virtual Reality und Visualisierung Forschungs-GmbH tätig. Dort arbeitet sie in der Multiple Senses Gruppe und beschäftigt sich hauptsächlich mit Virtual Reality bzw. Augmented Reality. Ihre Forschungsgruppe beschäftigt sich mit der Frage, welche Methoden und Technologien notwendig sind, damit man in der Interaktion mit Computern mehr als die klassischen Sinne Hören und Sehen einbeziehen kann.

Milena Nowak erklärt den Jugendlichen was Forschung eigentlich ist. ©VOGUS / Wolfgang Voglhuber

Nach dem Bachelorstudium Medieninformatik machte Milena den Master Visual Computing, beides an der TU Wien. Außerdem machte sie noch einen Master in Informatik an der Universität in Bergen (Norwegen), wo sie auch viel Auslandserfahrungen sammeln konnte.

Milena konnte bereits im Rahmen eines Praktikums Erfahrungen als Entwicklerin bei VRVis sammeln, nun ist sie dort nun als Forscherin tätig. „Es ist nicht notwendig, sofort zu wissen, wie die gesamte Karriere ablaufen wird. Wenn man sich dafür engagiert, was man für wichtig oder interessant hält, ergeben sich mehr Möglichkeiten als man denkt“, so Milena beim Speeddating.

Am Tisch bei Milena wurde auch darüber gesprochen, was Forschung eigentlich ist. Forschung heißt auch, etwas Neues zu entwickeln, mit anderen Leuten zusammen zu arbeiten, ausprobieren, beobachten, Daten auswerten und natürlich auch Studien und wissenschaftliche Texte publizieren. Es wird schnell klar, der Berufsalltag als Forscherin ist sehr vielfältig.

Aktuell arbeitet Milena mit einem Labor zusammen, um es möglich zu machen, mit der HoloLens eine „handsfree“-Dokumentation der täglichen Laborarbeit zu machen. Die HoloLens ist eine Mixed-Reality-Brille, die dem Benutzer erlaubt, mit der Unterstützung durch ein Natural User Interface interaktive 3D-Projektionen in der direkten Umgebung darzustellen.

Was heißt das genau? Forscher:innen im Labor haben oft keine Hände frei, um ihre Arbeit gut zu dokumentieren, da wäre es doch eine super Erleichterung, wenn das einfach ohne Hände funktionieren würde. Milena entwickelt deshalb mit ihrem Team einen Prototyp von einem HoloLens-Headset, welches genau dazu verwendet werden kann. Das Headset kann z.B. filmen, fotografieren, diktieren, Gesten erkennen und noch vieles mehr. Die Jugendlichen wollten wissen, wie sie sich so eine HoloLens-Dokumentation vorstellen können: „Schwirren da Zahlen vor dem Auge herum, wie bei einem Hologramm?“ Milena erklärte, dass durch die Brille verschiedene Dinge projiziert werden können. Derzeit wird noch erforscht, für welche Interaktionen die HoloLens sinnvoll eingesetzt werden kann, was gut oder schlecht funktioniert und was noch weiterentwickelt werden muss. Milena dachte selbst nie daran, Forscherin zu werden, aber es stellte sich heraus, dass Forschung sehr breit und vielfältig ist und richtig Spaß macht!

Stefan Sgouridis: Zählt Computerspiele testen auch zur Forschung?

Stefan Sgouridis hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Bereits als Jugendlicher spielte er viele Computerspiele und fand dadurch zu seiner Begeisterung für Animation und 3D-Design. Der Einstieg in die Programmierwelt startete an der Technischen Universität Graz, wo er auch seinen Bachelor in Computer Science abschloss. Seit Anfang des Jahres arbeitet er bei Allianz Technology im Bereich Softwareentwicklung.

Stefan Sgouridis beantwortet den Jugendlichen ihre Fragen rund um seinen Forschungsalltag und gibt Tipps zum Studienstart, ©VOGUS / Wolfgang Voglhuber

Bei ihm drehte sich noch bis zu Beginn des Jahres 2022 alles um Gaming. Bereits neben dem Studium forschte er in einem Unternehmen, das sich auf Fußballsimulation spezialisiert hat. Während seiner Forschungstätigkeit testete er Computerspiele und analysierte dabei, wie sich Gegner:innen verhalten und der Sound mit dem Bild übereinstimmt. Er berichtete den Jugendlichen aus dem Alltag eines Forschers. So manche Ideenskizze landete im Papierkübel, bevor das Spiel fertig war. „Im Zeitdruck geht dann doch alles schneller“, sagt er. Die Jugendlichen waren auch sehr interessiert am Uni-Alltag und fragten Stefan: „Wie kann man sich den Studienalltag vorstellen und was muss man da können, wenn man an die Uni will?“ Stefan gab ihnen einen spannenden und praxisnahen Einblick, an dem sich die Schüler:innen beim Speeddating ein bisschen Orientierung für ihre Zukunft holen konnten. Die verschiedenen Gruppen, tauschten sich eifrig mit Stefan über die aktuell spannendsten Programmiersprachen und über „das Reinkommen ins Studium“ aus. Auch darüber, dass ein Studium bzw. eine gute Ausbildung vieles im Leben ermöglicht, wie zum Beispiel die Möglichkeit, in unterschiedlichen Ländern auf der Welt arbeiten zu können. Was Stefan den Jugendlichen auf jeden Fall mitgeben möchte ist, dass sie viel Zeit und Energie in ihre Ausbildung investieren sollten.

Miriam Hernandez Carreres: Smart Home – wie intelligent kann ein Haus sein?

Miriam Hernandez Carreres studierte an der Technischen Universität Katalonien (Spanien) und machte dort ihren Abschluss als Diplomingenieurin im Bereich Telekommunikationstechnologie mit den Schwerpunkten Telematik und Service Management

Derzeit arbeitet sie bei Johnson Controls Integrated Solutions GmbH und arbeitet dort zu Green Building. Während ihrer Forschungstätigkeit im Bereich Automatisierung und Energiemanagement entwickelte sie auch Lösungen im Bereich Smart Home.

Als Wissenschaftler sollte man neugierig sein, Dinge genau begutachten und Nachfragen. Miriam Hernandez Carreres mit Ihrem Forschungsgegenstand, einer Messeinheit und verschiedenen Sensoren. © PlanSinn, 2022

Intelligente Systeme werden immer wichtiger, vor allem auch im eigenen Zuhause. Beeindruckend kleine Sensoren und Messeinheiten messen relevante Werte und steuern die richtigen Technologien. Von Windsensoren, die Markisen steuern, über Wärme- und Bewegungssensoren, die in Wohnungen oder Hotelzimmern bei Inaktivität Systeme abschalten bis zur Regelung von Belüftungs- und Klimaanlagen- ist alles dabei, was man sich vorstellen kann. Nach ihrem Lieblingsfach in der Schule gefragt, antwortete sie mit Werken und Zeichnen. Neugierig sein, Dinge genau begutachten und Nachfragen sind ihre wichtigsten Impulse. Sie erzählte den Jugendlichen auf die Fragen: „Was macht ein:e Forscher:in im Berufsalltag?“ und „Wie arbeitet man im Team zusammen?“ ausführlich über ihren Forschungsalltag. Beispielsweise, dass man sich als Wissenschaftler:in Experimente ausdenkt, sie gemeinsam im Team oder alleine durchführt und sich überlegt, was das Ergebnis für die weitere Arbeit bedeutet.

Die jungen Menschen konnten sich ein gutes Bild davon machen und wissen nun aus erster Hand, dass alle, die es wollen, auch Forscher:innen werden können.

Mach den Sommer 21 zum Erlebnis mit einem Forschungspraktikum

Prämierungsfeier_FFG_Praktika_2020_klein

Praktikabörse für Schüler_innen von 15-18 Jahren. Interessante Forschungspraktika in Umweltschutz & Digitalisierung warten auf dich!

Tobias Acksteiner: Forschungspraktikum bei den Waldrappen
Tobias Acksteiner: Forschungspraktikum bei den Waldrappen

Bei einem Talente Praktikum kannst du jeden Sommer Praxiserfahrungen in der Forschung sammeln:

  • in den Bereichen Klima, Umwelt und Artenvielfalt oder Digitale Technologie
  • 4 Wochen in einem Unternehmen oder in einer Forschungseinrichtung mitarbeiten
  • du wirst von einer Expertin oder einen Experten betreut
  • dafür bekommst du ein Bruttomonatsgehalt von mindestens 750 Euro
  • Anschließend einen Report oder ein Video über das Praktikum erstellen – die 20 besten Einsendungen werden prämiert

Wie funktioniert die Bewerbung?

  • Online auf der Praktikabörse (ca. März bis etwa Ende Juni/Anfang Juli)
  • Direkt bei einem Unternehmen, das schon Talente Praktika angeboten hat (Bewerbung sind jederzeit möglich)
  • oder du suchst dir selbst ein forschendes Unternehmen oder eine Forschungseinrichtung suchen und bewirbst dich initiativ (das kannst du auch jederzeit)
  • Fragen zu Corona erhältst du unter Talente Praktika: FAQs für SchülerInnen
Prämierung der Fotorechte 2020: Astrie Knie (FFG)
Prämierung der Forschungspraktika 2020: Astrid Knie (Fotorechte: FFG)

Wer kann sich bewerben?

Schülerinnen und Schüler 

  • die mindestens 15 Jahre alt sind
  • eine österreichische Schule besuchen
  • oder vor Kurzem die Schule abgeschlossen haben (letztes Zeugnis nicht älter als vom Vorjahr)

Wo sind Praktika möglich?

Bei Organisationen in ganz Österreich

  • Unternehmen, die Forschung & Entwicklung betreiben oder
  • Forschungseinrichtungen (Universitäten, Fachhochschulen, etc.)

ScienceFlash – fti…remixed Online Dialogveranstaltung der Langen Nacht der Forschung 2020

Am Freitag, 9. Oktober 2020, fand eine fti…remixed Dialogveranstaltung in Form eines digitalen „ScienceFlashs“ bei der Langen Nacht der Forschung 2020 statt. 

Jugendliche bzw. junge Erwachsene im Alter zwischen 14 und 30 Jahren hatten die Möglichkeit, 4 Forscherinnen und Forscher online kennen zu lernen und sie über ihren Berufsweg und Arbeitsalltag zu befragen. Ein Flash dauerte 15-20 Minuten und beinhaltete viele spannende Informationen, Interaktionen, AHA-Momente und humorvolle Antworten.

Projektleitung: Christa Bernert, Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK)

Konzept und Moderation: Andrea Dobersberger, Johannes Brossmann, Hanna Dorfner und Carina Krausler, PlanSinn Planung und Kommunikation GmbH



Folgende Expertinnen und Experten haben beim ScienceFlash mitgemacht:


Naemi Luckner: Informatik ist kreativ!

Die Informatikerin Naemi Luckner erzählte von ihrer Arbeit.

Naemi Luckner hat Informatik an der TU (Technische Universität) Wien studiert. Sie hat in Medieninformatik sowohl ihren Bachelor und Master absolviert, an der TU ein Doktorat der technischen Wissenschaften gemacht, und ist der TU auch heute noch als Senior Lecturer verbunden. Ihr Fachbereich ist dabei die Human Computer Interaction, wo es darum geht zu erforschen, wie Menschen und Computer (damit sind in diesem Fall auch Geräte wie Smartphones, intelligente Uhren, etc. gemeint) zusammenwirken. Inhaltlich fokussierte sie sich dabei auf Themen wie Game Design und E-Learning.

Das Whiteboard in Naemis Büro zeigt wie kreativ ihr Job ist.

Naemi überraschte beim ScienceFlash mit einem Foto, das aus ihrem Büro stammt: darauf waren nicht zahllose Monitore und Rechner in einem dunklen Kämmerchen zu sehen – wie ein sichtlich einseitiges Klischee die Arbeit von Informatiker*innen zeigt – sondern ein Whiteboard mit zahlreichen bunten Post-Its, Notizen, Pfeilen, etc. – ein Bild das eher an eine Kreativ-Agentur erinnert. Und genau so beschreibt die humorvolle Forscherin ihre Arbeit: kreativ! Naemi unterrichtet einerseits Studierende. Andererseits entwickelt sie in ihrer Forschung gemeinsam mit potentiellen Nutzer*innen neue Technologie und Anwendungen. In Workshops wird dabei oft gebastelt, diskutiert und ausprobiert, um neue Ideen zu gewinnen. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Art der Fragen, die gestellt werden: es sind keine einfachen Ja/Nein-Fragen, sondern sogenannte „wicked“ Fragen, was so viel bedeutet wie „verrucht“ oder „abgefahren“. Diese Fragen irritieren und überraschen, und helfen so aus dem Alltagsdenken auszubrechen.

Naemis Einblicke in ihre Arbeit als Informatikerin ließen erahnen, wie vielseitig und breit das Feld der Informatik ist. Natürlich spielt Programmieren dabei meist eine Rolle. Aber es kann eben auch bedeuten, intensiv mit Menschen im Dialog zu sein und kreativ Dinge zu entwickeln. So ist es auch wenig überraschend, dass es eigentlich keine „normalen“ Arbeitstage bei Naemi gibt, oder wie sie anmerkte: Das normalste sei meistens nur der Kaffee in der Früh mit den Kolleg*innen!


Oliver Weiss: Es grünt so grün

Oliver Weiss hat seinen Bachelor und Master in Landschaftsplanung an der Universität für Bodenkultur (BOKU) absolviert. Mittlerweile hat er sich auf den Bereich der Vegetationstechnik spezialisiert und arbeitet im wohl grünsten Büro Österreichs. Von diesem Zimmerpflanzendschungel, den er seinen Arbeitsplatz nennen darf, hat er den Jugendlichen zum Einstieg ein Foto mitgebracht und gleich mächtig Eindruck hinterlassen. Obwohl Oliver beim ScienceFlash im Vergleich zu den anderen Forscher*innen als Exot gesehen werden konnte, fand sein Arbeitsfeld der Gebäudebegrünung großen Anklang.

Der Vegetationstechniker Oliver Weiss.

Das hat mit Sicherheit auch damit zu tun, dass Oliver mit großer Begeisterung von seinem Studium erzählte, das sich vor allem auch durch viel Praxisbezug auszeichnete. Exkursionen waren nicht nur ein Garant für lehrreiche und tolle Erfahrungen, sondern auch für dreckige Fingernägel, spaßte Oliver.

Aktuell arbeitet Oliver an dem Projekt “50 grüne Häuser“, der Internationalen Bauausstellung (IBA Wien) präsentiert wurde. Im Zuge dessen wird nach kostengünstigen und einfachen Lösungen zur Gebäudebegrünung geforscht. Hierbei wird beobachtet, welche wärmetechnischen Unterschiede dadurch entstehen. Oliver hat dazu auch Fotos von Wärmebildkameras im Einsatz mitgebracht. Schließlich wollten auch alle wissen, ob man denn Unterschiede erkennen konnte. Oliver erzählte den Jugendlichen, dass die Messwerte einer begrünten Fassade um ca. 5 Grad kühler ausfielen, als die von normalen Fassaden. Er merkte aber an, dass dies noch gar nicht so viel sei und dass man an sehr heißen Tagen höhere Temperaturunterschiede messen könnte.

Die Jugendlichen waren im wahrsten Sinne des Wortes „geflasht“ und wollten Allerlei von Oliver wissen. Der Jungforscher gab zum Abschluss Tipps für passende Pflanzen im Klassenzimmer (Efeututen eignen sich laut Oliver gut) und klärte auf, dass man die Kosten für eine Fassadenbegrünung nicht alleine tragen muss, sondern auch um finanzielle Unterstützung bei der Stadt Wien ansuchen kann.


Bettina Schlager: Informatik ist virtuell!

Bettina Schlager zeigt beim Science Flash einen Controller für VR.

Bettina Schlager hat ein Bachelorstudium in Medieninformatik und Visual Computing an der TU Wien (Technische Universität) absolviert. Derzeit macht sie dort auch ihren Master in Visual Computing. Beruflich arbeitet sie als Forscherin in der Multiple Senses-Forschungsgruppe am VRVis – Zentrum für Virtual Reality und Visualisierung Forschungs-GmbH.Inhaltlich arbeitet Bettina in den Themenbereichen Virtual und Augmented Reality, kurz VR und AR.

Gleich zu Beginn des ScienceFlashes überraschte eine spannende Info zu Bettinas Bildungsweg: „Ratet mal, welche Schulform Bettina in der Oberstufe besucht hat?“ lautete die einfache Frage, die alle Jugendlichen per Umfrage beantworten sollten. Gymnasium und HTL (Höhere technische Lehranstalt) waren die hoch bewerteten Umfrage-Antworten, aber kaum jemand hätte gedacht, dass Bettina als Informatikerin ihre Oberstufe an einer HAK (Handelsakademie) absolviert hat. Jedenfalls konnte sie damit den interessierten Jugendlichen beweisen: auch ohne technische Vorbildung ist es möglich, im Informatik Studium Fuß zu fassen. Und sich einen Fokus zu wählen: in ihrem Fall eben alles rund um virtuelle Welten!

Highlights in Bettinas Job: Konferenzen besuchen und neue Anwendungen kennenlernen.

Ein Projekt, das Bettina vom Studium hinein in ihre jetzige berufliche Tätigkeit bei VRVis begleitet hat ist ein virtuelles Feuerlöschtraining. Dabei können Leute mit einer VR Brille und Controller üben, ein Feuer in einem Innenraum richtig zu löschen. Den Controller – das ist die Steuerung mithilfe derer der Computer die Position der Hände der Anwender*innen im virtuellen Raum erkennt – zeigte die junge Forscherin auch live her. Das Projekt, das als ihre Bachelorarbeit begann, hat sich so gut entwickelt, dass sie dafür einen Preis erhielt, den eAward 2019.  Der Wirtschaftspreis eAward wird vom Fachverlag Report jährlich gemeinsam mit der Plattform Digitales Österreich für Projekte mit IT-Bezug und größtem Kundennutzen vergeben.

Im Laufe der letzten Jahre hat Bettina auch einige Konferenzen besucht – zunächst sogenannte „student conferences“, die ähnlich funktionieren wie „echte“ Konferenzen, aber eben in erster Linie Studierenden den Raum für Präsentationen bieten. Konferenzen findet die Forscherin immer eine besonders spannende Möglichkeit, weil man dabei auch die Projekte, Anwendungen und Tools anderer Forscher*innen hautnah kennenlernen und ausprobieren kann – was auch eine Inspiration für die eigenen Arbeit darstellt.


Rainhard Findling: Technologischer Forstschritt macht Spaß

Rainhard Findling mit einer Spezialbrille, die Augenbewegungen trackt

Rainhard Findling hat am FH Campus Hagenberg sein Bachelor- und Masterstudium in Mobile Computing absolviert und machte seine Dissertation am Institut für Netzwerke und Sicherheit der Johannes Kepler Universität Linz. Derzeit arbeitet Rainhard für Google. Über Details seiner aktuelle Tätigkeit konnte er uns zwar nichts erzählen, an spannenden Inputs hat es trotzdem nicht gemangelt, denn Rainhard konnte uns von beeindruckenden Forschungsarbeiten und tollen Karriere Highlights berichten.

Zum Auftakt seines ScienceFlashs brachte Rainhard die Jugendlichen gleich ordentlich ins Grübeln und Staunen: er wollte von ihnen wissen, was es mit seinem gezeigten Forschungsgegenstand – eine Brille ohne Gläser (siehe Foto) – auf sich hat?!  Diese Brille hat drei Kameras verbaut, die die Augenbewegungen verfolgen. Damit wird aufgezeichnet, wohin die Augen sich bewegen/blicken, auch bei geschlossenen Lidern! Herausfinden kann man damit, wohin jemand den Blick richtet. Dies bietet beispielsweise die Möglichkeit zu testen, ob User*innen eines Computerprogramms neu eingebaute Buttons sehen und nutzen, und wie das Programm noch userfreundlicher gestaltet werden könnte.

Von seinem Universitätsalltag erzählte Rainhard mit viel Begeisterung und konnte auch die Jugendlichen von der Vielfältigkeit seines Studiums überzeugen. Beispiel gefällig? Rainhard erzählte, dass es ihm etwa viel spannender erschien als Hausaufgabe ein Handyspiel zu programmieren als die üblichen Hausaufgaben zu machen, die er noch aus Schulzeiten in Erinnerung hatte. Im Rahmen von Veranstaltungen wie dem Mobile Monday in Wien konnte er bereits während des Studiums eigene Anwendungen testen, viele Erfahrungen sammeln und wichtige Kontakte knüpfen. Der Spaß kam in Rainhards Studium nie zu kurz und für die gewonnene Erfahrung ist er heute noch dankbar – nicht umsonst spricht er von der besten Zeit seines Lebens. 

Mindestens genauso aufregend gestaltete sich sein Forschungsalltag an der Aalto University in Helsinki, Finnland. Einerseits forschte er in dieser Zeit mit dem Brillen-Prototyp, den sogenannten „Smart-glasses“ die er zu Beginn bereits vorstellte. Mit Studierenden veranstaltete er im Rahmen eines Kurses ein RC-Car-Race, von dem sich die Jugendlichen per Foto überzeugen konnten. Bei diesem Rennen mit selbstfahrenden Autos programmierten die Studierenden die Autos. Eine Botschaft war Rainhard besonders wichtig: „Da ist immer was interessantes los, und interessant bedeutet in diesem Fall für beide Seiten: sowohl für Forscher*innen und Vortragende, als auch für die Studierenden.“

Eindrücke von einem Projekt, mit dem Rainhard einen Preis gewonnen hat.

Rainhard hat im Laufe seines Studiums einige Preise gewonnen, eines seiner persönlichen Highlights war aber die ATOS IT Challenge 2013, bei der er sich mit seinen Kolleg*innen gegen 50-60 andere Universitäten weltweit durchgesetzt und die Trophäe für den 1.Platz mit nach Hause nehmen konnte. Im Rahmen der Challenge wurde eine App bzw. ein System entwickelt, das in einer Stadt clevere Geschwindigkeiten für alle Fahrzeuge berechnet, sodass die Stopp-Zeiten bei Ampeln in der gesamten Stadt auf nahezu 0 sinken – wenn sich die Fahrer*innen der Fahrzeuge daran halten. Das reduziert die Zeit im Verkehr, aber vor allem den Treibstoffverbrauch und die Emissionswerte der Fahrzeuge. Die Teilnahme an diesem Wettbewerb hat Rainhard viel Erfahrung in der Business-Welt und wertvolle Kontakte eingebracht, auch in Form von tollen Reisen. So ging es einige Tage nach Paris ins ATOS Headquarter, sowie nach Sotschi in Russland als ATOS-Gäste für die Winterolympiade 2014. Rainhard hat die Chance genutzt um die Welt kennenzulernen, und so im Rahmen seines Studiums und seiner Forschungstätigkeit über 20 Länder bereist. Die Jugendlichen konnten als Botschaft mitnehmen, dass man auch für seine Leistungen im Studium bereits ordentlich belohnt werden kann.


fti…remixed Speeddating im Rahmen der BeSt³ Salzburg

fti…remixed Dialogveranstaltung mit ForscherInnen und EntwicklerInnen

SchülerInnen beim fti…remixed Speeddating im Rahmen der BeSt³ Salzburg

Am Freitag, den 22. November 2019 fand eine fti…remixed Dialogveranstaltung in Form eines Speeddatings im Rahmen der BeSt³ – Die Messe für Beruf, Studium und Weiterbildung im Messezentrum Salzburg statt. Schülerinnen und Schüler des BORG (Bundesoberstufenrealgymnasium) Oberndorf und der HTL (Höhere Technische Lehranstalt) Salzburg hatten die Möglichkeit, 6 Expertinnen und Experten kennen zu lernen und sie über ihren Berufsweg und Arbeitsalltag zu befragen.

Projektleitung: Christa Bernert, Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit)

Konzept und Moderation: Andrea Dobersberger und Johannes Brossmann, PlanSinn Planung und Kommunikation GmbH

Michèle Zlöbl: Trainieren mit App? Richtig!

Michèle Zlöbl präsentiert die App zum Trainieren.

Michèle Zlöbl besuchte zunächst eine HTL (Höhere Technische Lehranstalt) für Maschinenbau & Fertigungstechnik. Danach absolvierte sie eine Unteroffiziersausbildung beim Bundesheer und war als Notfallsanitätsunteroffizier auch im Ausland im Einsatz. Ihr Interesse für Medizin führte sie zum Studium Medizintechnik an der FH (Fachhochschule) Oberösterreich. Seit dem Bachelorabschluss arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Salzburg Research Forschungsgesellschaft m.b.H. und absolviert berufsbegleitend den Masterstudiengang “Smart products and solutions” an der FH (Fachhochschule) Kufstein.

In ihrer beruflichen Tätigkeit beschäftigt sich Michèle mit dem Forschungsfeld AAL. Die Abkürzung steht für „Active and Assisted Living“. Hierbei geht es um die Entwicklung von Softwarelösungen, die Menschen ab dem 50. Lebensjahr in ihren Alltag unterstützen sollen. Beim Speeddating zeigte sie eine App vor, die sie mitentwickelt hat: die Software unterstützt Menschen dabei, ihre Sportübungen zu machen. Am TV-Gerät werden die Übungen vorgezeigt, dadurch motiviert die App einerseits. Anderseits gibt die App, wenn eine entsprechende Kamera angeschlossen wird, den NutzerInnen auch Feedback. Eine falsche Ausführung der Übung (z.B. Rücken nicht gerade, Knie an falscher Position), die ungesund wäre, kann so verhindert werden. Die App hilft also, richtig zu trainieren.

Michèle erzählte den Jugendlichen auch, dass das Bachelorstudium an einer Fachhochschule durchaus anstrengend sein kann, weil man sich viele Grundlagen erarbeiten muss. Ihr Tipp: „Durchziehen!“ Im Master fühlt man sich dank dieser Basis dann schon viel besser gerüstet.

Armin Veichtlbauer: Forschen auch außerhalb vom Labor?

Armin Veichtlbauer erklärt, was der mitgebrachte Forschungsgegenstand “Cisco Switch” macht.

Armin Veichtlbauer lehrt an der FH (Fachhochschule) Oberösterreich und an der FH (Fachhochschule) Salzburg. Nach seinem Studium der Angewandten Informatik an der Universität Salzburg war er dort auch als Forscher tätig und sammelte außerdem 10 Jahre Forschungserfahrung bei Salzburg Research.

Im Moment beschäftigt sich Armin vor allem mit Software-Systemen für Smart Grids, das sind intelligente Stromnetze. Um erneuerbare Energien wie Wind und Sonne gut einsetzen zu können, müssen die Stromsysteme verändert und modernisiert werden. Gab es früher wenige Kraftwerke, so gibt es heute viele, dezentrale, kleinere Kraftwerke, die Strom erzeugen. Diese veränderten Bedingungen erfordern auch bei Steuerung und Kontrolle der Stromerzeugung und -nutzung neue Lösungen. Der mitgebrachte Forschungsgegenstand, ein „Cisco Switch“ hilft in der Kombination mit entsprechender Software dabei, so ein Stromnetz effizient zu organisieren.

Die SchülerInnen waren ganz erstaunt, als sie erfuhren, dass Forschung nicht heißt, mit Kittel und Reagenzglas alleine in einem Labor zu sitzen. „Forschung ist auch ganz viel Arbeit im Team oder eine Zusammenarbeit mit anderen Institutionen“, erzählt Armin Veichtlbauer begeistert, „Es kommt selten vor, ganz alleine arbeiten zu müssen“. Da gab es einige AHA-Momente für die Jugendlichen, auch bei der wichtigen Erkenntnis, dass es Forschung in den verschiedensten Sparten gibt und diese noch dazu sehr vielfältig sind!

Angela Harrison: Forschung heißt “Hands on!”

Die Jugendlichen vergleichen das Gewicht der mitgebrachten Würfel.

Angela Harrison arbeitet am AIT (Austrian Institute of Technolgy) in Ranshofen. Dort befindet sich das Leichtmetallkompetenzzentrum, in dem sie als Research Engineer tätig ist. Sie beschäftigt sich vor allem mit Druckguss für die Umsetzung von Maßnahmen hinsichtlich Prozessoptimierung.

Angela studierte Industriellen Umweltschutz mit dem Schwerpunkt auf Verfahrenstechnik an der Montanuniversität Leoben. Ihre Doktorarbeit zum Thema „Technische Risikoanalyse und Risikobewertung“ schrieb sie am Internationalen Kernforschungsinstitut CERN in Genf.

Für Angela heißt Forschung aber auch vor allem „Hands on“. Mit Schutzanzug und Helm werden Versuche gemacht, es ist heiß und die Arbeit kann auch anstrengend sein – das ist angewandte Forschung! Aus ihrem Arbeitsalltag hat Angela vier gleichgroße Würfel aus verschiedenen Materialien mitgebracht, zu denen sie forscht. Die SchülerInnen konnten das unterschiedliche Gewicht zwischen Stahl, Magnesium, Aluminium und Aluminiumschaum direkt austesten – schon verblüffend, wie stark das Gewicht variiert!

„Wie geht das eigentlich mit der Doktorarbeit?“, fragten die SchülerInnen. Angela erzählte, dass sie drei Jahre an ihrer Arbeit geschrieben hat und dass es sehr wichtig ist, dass einen das Thema wirklich interessiert, schließlich beschäftigt man sich sehr lange und intensiv damit!

Jo Krüger: Forschung ist auch kreativ!

Jo Krüger berichtet von seinem Studium “Industrial Design”

Jo Krüger kommt aus Deutschland und hat dort an der Hochschule Emden-Leer in Niedersachsen Maschinenbau und Design studiert. Während des Bachelorstudiums hat er mehrere Praktika absolviert und konnte dort schon viele Eindrücke aus der Praxis sammeln. Im Moment studiert er an der FH Johanneum im Masterstudiengang „Industrial Design“.

Zur Zeit arbeitet er an einem Projekt, wo es um das Design von Autos geht. Als Industrial Designer hat Jo sein Skizzenbuch mitgebracht, in welchem er seine Entwürfe für die Autos zeichnet. Zu Beginn des Studiums konnte Jo auch noch nicht so gut zeichnen. „Da gibt es viele Kurse und wenn man es regelmäßig macht, lernt man das ganz schnell“, schildert Jo den SchülerInnen, die ganz gespannt fragen, wie man denn so gut zeichnen lernt!

Bei seinem Studium „Industrial Design“ geht es aber nicht nur um das Design von Autos. Eine Kollegin von Jo hat einen „Coffee to Go-Becher“ entworfen, der aus Kaffeesatz besteht und Samen enthält. Wenn man den benutzten Kaffeebecher dann wegwirft, verrottet er und es wachsen Blumen aus dem Samen. Jo Krüger hat die SchülerInnen überzeugt – Forschung ist auch kreativ!

Laura Knoth & Caroline Atzl: 3D Modelle und 4D Webkarten für Nachhaltigkeit und Energieeffizienz

Laura Knoth und Caroline Atzl erklären, was ihre Sensoren auf der 4D-Karte anzeigen.

Laura Knoth & Caroline Atzl sind Kolleginnen in der Research Studios Austria Forschungsgesellschaft, ihr Fachbereich heißt Research Studio iSPACE – 4D Environments. Laura machte ihren Bachelor in Geographie und absolvierte ein Masterstudium in Applied Geoinformatics. In diesem Fach schreibt sie auch gerade ihre Doktorarbeit. Caroline studierte Angewandte Geoinformatik an der Universität Salzburg, wo sie auch ihre Masterarbeit im Bereich Geoapplikationsentwicklung und Design geschrieben hat.

Laura forscht aktuell im Bereich der nachhaltigen Modellierung von 2D und 3D Produktions-Innenraumumgebungen sowie von 3D-Modellierung und 3D-Gebäuden. Caroline arbeitet zur Zeit an einer 4D Webkarte zur Visualisierung von Lauras 3D-Gebäuden. Die 4. Dimension ist in ihrem Fall die Zeit. Es geht also darum, zeitliche Veränderungen in einem 3D-Gebäudemodell sichtbar zu machen. Interessant wird dass in Zusammenhang mit Informationen von Sensoren, die z.B. Temperatur, Luftfeuchte oder Stromverbrauch in Innenräumen über einen längeren Zeitraum messen und dann in der Karte sichtbar werden. Ziel ist es, durch die Messungen auf der Karte zu verdeutlichen, wie und wo Räume energieeffizienter und somit auch nachhaltiger gestaltet und genutzt werden können!

Was die beiden Forscherinnen den SchülerInnen auf jeden Fall mitgeben möchten: „Sucht euch einen Beruf, der euch Spaß macht, denn man verbringt sehr viel Zeit in der Arbeit. Stellt viele Fragen, probiert viel aus und entscheidet selbst, was für euch das Richtige ist!“

Andreas Petutschnig: Stress im Straßenverkehr?

Was verursacht eigentlich Stress im Straßenverkehr? Andreas Petutschnig hat’s erklärt.

Andreas Petutschnig hat die Fachoberschule Friedberg in Deutschland besucht. Eine Fachoberschule ist ähnlich zur HTL in Österreich. Danach studierte er Kartographie und Geomedientechnik in München und 2017 schloss er das Masterstudium der Angewandten Geoinformatik an der Universität Salzburg ab. Andreas sammelte Berufserfahrung im Bereich 3D-Realitymaps und er ist im Moment Doktorand am Fachbereich Geoinformatik an der Universität Salzburg.

Im Forschungsprojekt, mit dem sich Andreas beschäftigt, geht es um die Stressmessung im Straßenverkehr. Im Fokus steht, wie FußgängerInnen und RadfahrerInnen den Straßenraum erleben. Gemessen wird einerseits z.B. der Herzschlag oder die Produktion von Schweiß und andererseits der Standort der Testpersonen mit einem GPS-Sender. Durch die Kombination der Messungen kann festgestellt werden, an welchen Bereichen im Straßenverkehr (z.B. Kreuzungen) der meiste Stress entsteht. Diese Informationen werden dann an Stadt- oder VerkehrsplanerInnen weitergegeben, um solche Stellen im Verkehrsnetz zu verbessern.

fti…remixed Dialogveranstaltung „Technolution – Frauen in der Technik!“

Am Dienstag, den 24. Oktober 2017, fand ein fti…remixed Speeddating im Rahmen des Herbstkongresses „Technolution – Frauen in der Technik!“ im Technischen Museum Wien statt. Schülerinnen und Schüler der Höheren Bundeslehranstalt für wirtschaftliche Berufe Wien 10, Reumannplatz, und der Höheren Technischen Lehranstalt Wien-Ottakring hatten die Möglichkeit sechs Forscherinnen und Technikerinnen kennen zu lernen und sie über ihren Berufsweg und Arbeitsalltag zu befragen.

Projektleitung: Christa Bernert, Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT)

SchülerInnen beim fti…remixed Speeddating bei der Technolution – Frauen in der Technik!

 

Welche Forscherinnen und Technikerinnen beim Speeddating mitgemacht haben erfährst du hier:

 

Welche Schritte hat ein Forschungsprojekt überhaupt?

Bente Knoll erklärt die einzelnen Projektschritte des Projektes “Demenz in Bewegung”

Bente Knoll hat Landschaftsplanung und –pflege an der Universität für Bodenkultur Wien studiert und ihr Doktorat der Technischen Wissenschaften an der Technischen Universität Wien gemacht. Sie arbeitet bei bnk – Büro für nachhaltige Kompetenz.

Aktuell arbeitet Bente Knoll an einem Projekt mit dem Titel „Demenz in Bewegung.“ Sie berichtete den interessierten Schülerinnen und Schülern welche Schritte in solch einem Projekt notwendig sind. Angefangen hat das Projekt mit einem 50-seitigen Papier, welches bei der FFG – der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft – eingereicht wurde. Dort sitzt eine Jury, welche Fördergelder vergibt. Nachdem die Finanzierungszusage von der FFG gekommen ist, konnte das Projekt gestartet werden. Als erstes sollten Spaziergänge mit dementen Menschen gemacht werden. Nur mit wem genau? Wie kommt man zu Menschen mit Demenz? Wie geht man mit ihnen um? Das waren Fragen, die erstmal geklärt werden mussten. Nachdem diese Menschen gefunden waren und die Spaziergänge gemacht wurden, war die zentrale Frage „Wie geht es Personen mit Demenz, wenn sie draußen unterwegs sind?“ Diese Spaziergänge wurden in Protokollen festgehalten und erste Erkenntnisse in einem Paper veröffentlicht. Es wird weiter daran gearbeitet und nach Lösungen gesucht. Wobei soviel steht fest: Menschen mit Demenz sind nicht alle gleich! Daher gibt es nicht die eine Lösung. Es muss mehr Bewusstsein für Demenzerkrankte in der Bevölkerung geschaffen werden.

 

Frauen in der KFZ-Technik!

Kathie Wiest erzählt wie es als einziger weiblicher Lehrling in der KFZ-Nutzfahrzeugtechnik ist.

Nina Katharina Wiest ist KFZ-Technikerin-Lehrling mit Schwerpunkt Nutzfahrzeugtechnik im 4. Jahrgang bei MAN Truck & Bus Vertrieb Österreich GesmbH.

Kathi Wiest hatte schon immer Interesse an Technik, als Kind hat sie immer bei ihrem Großvater in der Werkstatt mitgeholfen. Trotzdem hat sie erstmal eine Lehre als Maler- und Anstreicherin begonnen, was ihr nicht gefallen hat. Dann hat sie sich bei MAN Truck & Bus Vertrieb Österreich GesmbH für eine Lehrstelle als KFZ-Technikerin beworben. Dort durfte sie zuerst ein Praktikum machen, um für sich einschätzen zu können, ob sie sich für eine Arbeit als KFZ-Technikerin interessiert und diesen Beruf ausüben will. Kathi Wiest hat nach diesem Praktikum als erster weiblicher Lehrling dort begonnen und ist begeistert von ihrem Beruf. Auch von MAN Truck & Bus Vertrieb Österreich als Arbeitgeber ist sie überzeugt. Die Unterstützung von den Kollegen und den familiären Umgang schätzt sie sehr.

 

Werden meine Daten abgefangen?

Stefanie Plieschnegger informierte über WiFi-Security

Stefanie Plieschnegger hat im Bachelor Informatik an der Technischen Universität Wien studiert und absolviert derzeit im Masterstudiengang Software Engineering. Sie hat bei Anyline GmbH, einem österreichischen Startup-Unternehmen welches sich auf die Text- und Zeichenerkennung mittels Smartphone spezialisiert hat, sowie bei Xylem Technologies erste Arbeitserfahrung sammeln können. Derzeit arbeitet sie bei sba Research GmbH.

Stefanie Plieschnegger arbeitet gerade an einer Feldstudie zu WiFi-Sicherheit. Dabei entwickelt sie eine Android App und Serverinfrastruktur für die Studie. Zentrale Frage bei ihrer Forschung ist „Wie oft werden Daten in öffentlichen Wi-Fi-Netzen abgefangen?“ In öffentlichen Netzen sind die Daten unverschlüsselt. Andere NutzerInnen im selben Netz können einfach alles an Datentraffic von anderen NutzerInnen sehen. Die von ihr entwickelte App läuft immer im Hintergrund und verbindet sich automatisch mit öffentlichen Netzwerken sobald sie eines findet. Dabei überprüft sie, ob jemand Daten abfängt. Als NutzerIn bemerkt man nicht ob Daten abgefangen werden. Man sollte in öffentlichen WiFi-Netzen vorsichtig sein was sensible Daten wie zum Beispiel Passwörter anbelangt.

 

Wenn Roboter denken lernen

Lara Lammer hatte kleine Roboter mit im Gepäck!

Lara Lammer hat Mechatronik an der Technischen Universität Graz sowie Robotik an der Technischen Universität Wien studiert. Früher arbeitete sie unter anderem an Drehgestellen für Züge bei Siemens Verkehrstechnik in Graz. Jetzt arbeitet und forscht sie an der Technischen Universität Wien im Bereich Mensch-Roboter-Interaktion.

Das Highlight an Frau Lammers Station waren sicher die beiden kleinen Roboter, die über den Tisch flitzten, selbstständig die Tischkanten erkannten und dann in eine andere Richtung weiter fuhren. Frau Lammer erklärte die Funktionsweise mit einem Vergleich: Die Sensoren des Roboters sind vergleichbar mit den menschlichen Augen. Die Information „Achtung: Tischkante“ wird an den Controller geschickt – das Gehirn des Roboters. Von hier geht die Information „Richtung ändern“ an die Motoren, die die Räder lenken. Frau Lammer machte den Jugendlichen klar: Im Bereich Robotik sind nicht nur technische Berufe wichtig. Wir brauchen nicht nur TechnikerInnen, sondern auch JuristInnen, PhilosphInnen und EthikerInnen, die sich zukünftig mit dem Bereich Robotik auseinander setzen. Ein Grundverständnis für die Programmierung von Robotern ist für die Menschen in jenen anderen Feldern sehr wichtig.

 

Alles im Fluss!

Elisabeth Mattersberger zeigte, was es Spannendes an Flüssen zu entdecken gibt.

Elisabeth Mattersberger hat Kulturtechnik und Wasserwirtschaft an der Universität für Bodenkultur Wien studiert. Dabei hat sie schon in der Studienzeit viel Arbeitserfahrung bei den Büros Mayr&Sattler OG, hydrophil iC GesmbH und iC consulenten ZT GmbH gesammelt.
Die Jugendlichen wussten gar nicht, dass man „Wasserbau“ studieren kann.

Frau Mattersberger erklärte, wie viele verschiedene Felder in den Flussbau hineinspielen: Meteorologie, Hydrologie, Hydraulik, Botanik, bis hin zu Konstruktion und Vermessung. Anhand einer Flusskarte erklärte sie den Jugendlichen, wie die unterschiedlichen Themenbereiche in ihrer Arbeit zusammenwirken und wie wichtig genaue Berechnungen im Flussbau sind. Derzeit arbeitet Frau Mattersberger als Projektleiterin bei flussbau iC GesmbH.

 

Wie und warum nutzen wir alle Wikipedia, youtube und co?

Corinna Raith erzählte den SchülerInnen etwas über user generated Content

Corinna Raith studierte Wirtschaftspädagogik an der Wirtschaftsuniversität Wien und ist jetzt im Doktoratsstudium Wirtschaftsinformatik. Derzeit erforscht sie, wie und warum Studierende „user generated Content“ Internetseiten benutzen, also Seiten, die von den Usern selbst mit den Inhalten versehen werden, zum Beispiel Wikipedia oder Youtube. Das Forschungsgebiet geht über die technischen Rahmenbedingungen hinaus: Frau Raith beschäftigt sich intensiv mit psychologischen Faktoren der NutzerInnen.

Zusätzlich ist sie als FIT-Botschafterin im Einsatz. Sie ermutigt im Studien-Orientierungsprogramm Frauen in die Technik (FIT) junge Frauen, auch technische oder naturwissenschaftliche Ausbildungswege in Erwägung zu ziehen.

European Researchers’ Night: be-SIENCEd!

Am Freitag, den 29. September 2017 fand ein fti…remixed Speeddating im Rahmen der European Researchers’ Night im Technologischen Gewerbemuseum (TGM), HTBLuVA Wien XX statt. Schülerinnen und Schüler des TGM hatten die Möglichkeit sechs Forscherinnen und Forscher kennen zu lernen und sie über ihren Berufsweg und Arbeitsalltag zu befragen.

Projektleitung: Christa Bernert, Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT)

SchülerInnen beim fti…remixed Speeddating bei der European Researchers’ Night

 

Welche Forscherinnen und Forscher beim Speeddating mitgemacht haben erfährst du hier:

 

Polare Meeresökologie in Wien?

Renate Degen: Was hat Meeresbiologie mit dem Klimawandel zu tun?

Renate Degen hat Ökologie und Meeresbiologie studiert und ihr Doktorat am Alfred Wegener Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven gemacht. Sie unterrichtet an der Universität Wien.

In der Arktis sind die Auswirkungen des Klimawandels schon viel fortgeschrittener als auf anderen Kontinenten. Die Mikrofauna, also die Kleinstlebewesen, reagieren sehr sensibel auf klimatische Veränderungen.

Mit einem Sieb können MeeresbiologInnen wie Renate Degen den Meeresboden auf kleine Tiere untersuchen. Als Forschungsgegenstand hatte sie ein Sieb mit. Im oberen Teil dieses Siebes fallen Tiere bis 1mm durch. Der untere Bereich des Siebes hat eine Maschenweite von 32 Micrometer, damit können noch kleinere Lebewesen aussortiert werden. Die so ausgesiebten Tiere können nach Größe geordnet, gezählt und beobachtet werden. Damit lassen sich Rückschlüsse auf den Zustand der polaren Ökologie ziehen und in weiterer Folge auch auf die Dimensionen des globalen Klimawandels.

Im Gespräch mit IT-Interessierten Jugendlichen berichtete Frau Degen, dass BiologInnen heutzutage sehr eng mit InformatikerInnen zusammenarbeiten. Viele der heutigen Erkenntnisse stammen von aufwändig programmierten Modellen und Analysen.
Ein Schüler erklärte, genau in diesem Feld könnte er sich ebenfalls vorstellen, später zu arbeiten.

 

Was sind Smart Grids?

Thomas I. Strasser: interdisziplinäres Arbeiten wurde diskutiert

Thomas I. Strasser hat Wirtschaftsingenierwesen-Maschinenbau (mit Fokus auf Regelungs- und Automatisierungstechnik) an der Technischen Universität Wien studiert und forscht jetzt als Senior Scientist am AIT Austrian Institute of Technology  zu Smart Grid Lösungen.

Smart Grids? Das sind intelligente, elektrische Systeme, die erneuerbare Energieerzeugung integrieren und die Stromnutzung sowohl kosteneffizienter, energieeffizienter als auch energieeffizienter machen sollen. Der Trick ist eine kommunikative Vernetzung zwischen diversen (erneuerbaren) Energiequellen und Energieverbrauchern.

Herrn Strassers Spezialgebiete liegen im Bereich von automatisierungstechnischen Lösungen für Smart Grids und deren Validierung. An einem Controll Board für dezentrale Energieerzeuger erklärte er, wie in seinem Job Hardware und Software-EntwicklerInnen eng miteinander zusammenarbeiten. Denn das Themenfeld ist interdisziplinär: Wissen aus den Bereichen Energietechnik/Elektrotechnick und IT/Automatisierungstechnik fließt mit ein. Die Jugendlichen interessierte zum Beispiel, in wie weit erneuerbare Energien in Smart Grid Lösungen mitgedacht werden oder welche Job-Aussichten ProgrammierInnen in diesem Bereich haben.

 

Was hat Verhaltensforschung mit der gebauten Umwelt zu tun?

Verhaltensforschung stand bei Elisabeth Oberzaucher am Programm

Elisabeth Oberzaucher studierte Biologie mit der Spezialisierung auf Zoologie und später Verhaltensforschung an der Universität Wien. Anfangs beschäftigte sie sich mit dem Verhalten von Ameisen, dann von kleinen Vögeln und schließlich mit dem Verhalten von Menschen. Ihr Spezialgebiet: Wie interagieren Menschen mit der gebauten Umwelt? Wie reagieren sie darauf? In einem aktuellen Projekt in Kooperation mit dem TGM analysiert das Forschungsteam die Wirkung von Schulräumen im TGM. Die Forschungsergebnisse sollen fördern, dass ArchitektInnen sich gezielter die Frage stellen können: Wer wird diese Räume benutzen? Und wie werden diese genutzt?

Heute forscht und lehrt Frau Oberzaucher an der Universität Wien sowie an der Universität Ulm. Außerdem ist sie Mitglied bei den Science Busters und Ko-Autorin des neuen Buchs „Warum landen Asteroiden immer in Kratern?“

Auf die Frage eines Jugendlichen, was ihr besonders Spaß mache an ihrem Beruf, antwortet Frau Oberzaucher: „Das hier! Mit jungen Menschen über meine Arbeit sprechen.“

 

Ist 3D Erkennung am iPad möglich?

Martin Kampel zeigte wie 3D Erkennung funktioniert

Martin Kampel studierte Datentechnik und Informatik an der Technischen Universität Wien. Er ist Informatiker mit Schwerpunkt auf Bildverarbeitung und spezialisiert im Bereich Ambient Assisted Living (AAL) und Visual Surveillance. AAL beschreibt den Einsatz von Kommunikations- und Informationstechnolgien, die den Alltag von älteren Menschen unterstützen sollen. Diese Technologie passt sich den Bedürfnissen des Nutzers an und ermöglicht zum Beispiel ein längeres selbständiges Leben im eigenen Zuhause. Visual Surveillance beschreibt eine Videoüberwachung mit einer intelligenten Bildverarbeitungstechnologie, die zum Beispiel Bewegungen an Hand eines bestimmten Musters erkennt.

Als Forschungsgegenstand hatte er ein iPad mit einem 3D Sensor mit. Mit Hilfe dieser 3D Erkennung ist es möglich, Szenen zu beschreiben und Verhaltensmuster genau vom Hintergrund abzugrenzen. Das Programm analysiert diese Muster aus verhaltenstechnischer Sicht und erkennt, wenn diese Muster durchbrochen werden. Es stellt zum Beispiel fest ob eine Person gestürzt ist oder nicht.

 

Chipdatenabfrage ganz leicht mittels Handy!

Michaela Zlöbl zeigt unterschiedliche Chiparten

Michaela Zlöbl studierte Telematik an der Technischen Universität Graz. Sie arbeitet bei Infineon Technologies in Graz im Bereich der Chipentwicklung.

Chipkarten auslesen funktioniert ganz einfach. Mithilfe eines NFC-fähigen Smartphones und einer App können Daten vom Chip eines Reisepasses einfach ausgelesen werden. So kommt jeder an persönliche Daten heran. Damit das nicht so einfach bleibt, entwickelt Michaela Zlöbl Sicherheitschips für Bankomatkarten, Reisepässe und Gesundheitskarten.

 

 

 

Raketenbauteile aus Österreich!?

Sebastian Seisl erklärt, wie die Rakete des TU Space Teams funktioniert

Sebastian Seisl studiert Wirtschaftsingenieurwesen-Maschinenbau an der Technischen Universität Wien. Er ist leidenschaftlich im TU Space Team der Technischen Universität Wien aktiv. Das ist eine Gruppe von Studierenden, die sich aus Interesse intensiv mit Luft- und Raumfahrttechniken beschäftigen. Sie entwerfen und bauen selbst Rakten und lassen diese starten. Je nach Rahmenbedingungen können die Raketen vom Space Team mehrere Kilometer fliegen. Seit 2015 gibt es eine 3D-gedruckte Rakete aus einem Stück. Herr Seisl selbst beschäftigt sich hauptsächlich mit einem Auswurfmechanismus für Messsonden aus einer Rakete.

 

 

 

IMAGINE 17

fti…remixed Speeddating im Rahmen der IMAGINE 2017

Am Dienstag, den 20. Juni 2017 fand ein fti…remixed Speeddating im Rahmen der IMAGINE-IKT 17 am Petersplatz in Wien statt. Rund 40 Schülerinnen und Schüler der Sir-Karl-Popper-Schule (4. Bezirk) und der Hertha Firnberg Schulen für Wirtschaft und Tourismus (21. Bezirk), hatten die Möglichkeit, sieben Forscherinnen und Forscher kennen zu lernen und sie über ihren Berufsweg und Arbeitsalltag zu befragen.

Projektleitung: Christa Bernert, Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT)

Continue reading “IMAGINE 17”

Show me the science – ein fti-Speeddating im Rahmen der Ars Electronica

Am 1. Oktober 2012 fand in Linz im Rahmen von fti…remixed ein weiteres Speeddating zu Forschungsthemen namens Show me the science statt. Austragungsort des Show me the science war der Sky Loft des Ars Electronica Centers im Herzen der Stadt. Die tolle Aussicht über die Dächer von Linz verlieh dem Speeddating eine ganz besondere Stimmung. 40 SchülerInnen des Akademischen Gymnasiums Linz kamen in Begleitung der Direktorin der Schule, Frau Maga Erika Hödl und ihrem Physikprofessor Mag. Rudolf Uhlmann. Sie hatten zwei Stunden lang die Gelegenheit, mit ForscherInnen/ExpertInnen aus verschiedenen Bereichen – von Mensch-Roboter Interaktionen, über Bioinformatik, Open Source Cloud Computing und Photovoltaik bis hin zu Umwelttechnik – in Dialog zu treten.
Den Fragen der SchülerInnen stellten sich diesmal folgende ForscherInnen/ExpertInnen:

Martina Mara mit einem androiden Robotermodell

Maga Martina Mara (Forschungsthema: Human-Computer Interaction (HCI) und Persuasive Technology, Key researcher am Ars Electronica Future Lab und Smart City Linz, www.aec.at/futurelab/de), Katrin Engl, MSc (Forschungsthema: 3D-Rekonstruktion von Oberflächen mit Hilfe optischer Systeme, Sensors and Communication, Linz Center of Mechatronics – LCM, www.lcm.at), Iris Leitner, BSc (Forschungsthema: Bioinformatik, Software-Entwicklerin bei RISC Software GmbH, www.risc-software.at), Dipl.Ing Clemens Grünsteidl (Forschungsthema: Zerstörungsfreie Werkstoffprüfung via Laserultraschall, Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei RECENDT GmbH, Research center for non destructive testing, www.recendt.at), DIin Stefanie Schlager (Forschungsthema: Photovoltaik, Institut für Organische Solarzellen, Johannes Kepler Universität Linz, www.lios.at),
Mag. Markus Manz
(Expertise: Umwelttechnik, Umwelttechnik-Cluster Manager bei Clusterland Oberösterreich GmbH, www.clusterland.at) und Dipl.Ing (FH) Wolfgang Hennerbichler (Forschungsthema: Open Source Cloud Computing, Softwareentwickler bei RISC Software GmbH, www.risc-software.at).
Zu Beginn des Speeddatings stellte Frau Mag.a Christa Bernert vom bmvit die Initiative fti…remixed und die unterschiedlichen Dialogformate des Projekts vor. DIin Maja-Iskra Vilotijevic und Mag.a Stefanie Gartlacher vom Büro PlanSinn stellten das Konzept des Speeddatings, sowie die ForscherInnen/ExpertInnen kurz vor, bevor die erste Datingrunde losging. JedeR ForscherIn gab einen kurzen Überblick über ihren/seinen Forschungs- bzw. Arbeitsbereich. Continue reading “Show me the science – ein fti-Speeddating im Rahmen der Ars Electronica”

Speeding science: ein Speeddating zu Forschungsthemen in Innsbruck

Wir freuen uns, das nächste fti-Speeddating zu Forschungsthemen ankündigen zu dürfen! Diesmal geht es nach Innsbruck und zwar:

Wann: 18.10.2012 von 12:00 bis 14:00 Uhr
Wo:
Innsbruck, BeSt Messe für Beruf, Studium und Weiterbildung; Messe Innsbruck
Projektleitung:
Maga Christa Bernert, bmvit
Konzept und Moderation:
Dipl.Ingin Maja-Iskra Vilotijevic und Maga Stefanie Gartlacher M.Sc., Büro PlanSinn
Teilnehmende Schülerinnen:
30 Jugendliche (ausschließlich Mädchen) HBLA/Ferrarischule Innsbruck – 2. Klasse Humanökologie in der Begleitung von Mag. Markus Farbmacher
Continue reading “Speeding science: ein Speeddating zu Forschungsthemen in Innsbruck”

Forschungspass: Dieses war der erste Streich…

Die erste Etappe des fti…remixed-Forschungspass‘ ging am 14.Mai zu Ende. Wir gratulieren an dieser Stelle den drei Gewinnerinnen (wurde per Mail verständigt) nochmal ganz herzlich. Wir freuen und schon euch bald bei der Preisübergabe kennen zu lernen!
Continue reading “Forschungspass: Dieses war der erste Streich…”