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fti... remixed

ScienceFlash – fti…remixed Online Dialogveranstaltung der Langen Nacht der Forschung 2020

Am Freitag, 9. Oktober 2020, fand eine fti…remixed Dialogveranstaltung in Form eines digitalen „ScienceFlashs“ bei der Langen Nacht der Forschung 2020 statt. 

Jugendliche bzw. junge Erwachsene im Alter zwischen 14 und 30 Jahren hatten die Möglichkeit, 4 Forscherinnen und Forscher online kennen zu lernen und sie über ihren Berufsweg und Arbeitsalltag zu befragen. Ein Flash dauerte 15-20 Minuten und beinhaltete viele spannende Informationen, Interaktionen, AHA-Momente und humorvolle Antworten.

Projektleitung: Christa Bernert, Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK)

Konzept und Moderation: Andrea Dobersberger, Johannes Brossmann, Hanna Dorfner und Carina Krausler, PlanSinn Planung und Kommunikation GmbH



Folgende Expertinnen und Experten haben beim ScienceFlash mitgemacht:


Naemi Luckner: Informatik ist kreativ!

Die Informatikerin Naemi Luckner erzählte von ihrer Arbeit.

Naemi Luckner hat Informatik an der TU (Technische Universität) Wien studiert. Sie hat in Medieninformatik sowohl ihren Bachelor und Master absolviert, an der TU ein Doktorat der technischen Wissenschaften gemacht, und ist der TU auch heute noch als Senior Lecturer verbunden. Ihr Fachbereich ist dabei die Human Computer Interaction, wo es darum geht zu erforschen, wie Menschen und Computer (damit sind in diesem Fall auch Geräte wie Smartphones, intelligente Uhren, etc. gemeint) zusammenwirken. Inhaltlich fokussierte sie sich dabei auf Themen wie Game Design und E-Learning.

Das Whiteboard in Naemis Büro zeigt wie kreativ ihr Job ist.

Naemi überraschte beim ScienceFlash mit einem Foto, das aus ihrem Büro stammt: darauf waren nicht zahllose Monitore und Rechner in einem dunklen Kämmerchen zu sehen – wie ein sichtlich einseitiges Klischee die Arbeit von Informatiker*innen zeigt – sondern ein Whiteboard mit zahlreichen bunten Post-Its, Notizen, Pfeilen, etc. – ein Bild das eher an eine Kreativ-Agentur erinnert. Und genau so beschreibt die humorvolle Forscherin ihre Arbeit: kreativ! Naemi unterrichtet einerseits Studierende. Andererseits entwickelt sie in ihrer Forschung gemeinsam mit potentiellen Nutzer*innen neue Technologie und Anwendungen. In Workshops wird dabei oft gebastelt, diskutiert und ausprobiert, um neue Ideen zu gewinnen. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Art der Fragen, die gestellt werden: es sind keine einfachen Ja/Nein-Fragen, sondern sogenannte „wicked“ Fragen, was so viel bedeutet wie „verrucht“ oder „abgefahren“. Diese Fragen irritieren und überraschen, und helfen so aus dem Alltagsdenken auszubrechen.

Naemis Einblicke in ihre Arbeit als Informatikerin ließen erahnen, wie vielseitig und breit das Feld der Informatik ist. Natürlich spielt Programmieren dabei meist eine Rolle. Aber es kann eben auch bedeuten, intensiv mit Menschen im Dialog zu sein und kreativ Dinge zu entwickeln. So ist es auch wenig überraschend, dass es eigentlich keine „normalen“ Arbeitstage bei Naemi gibt, oder wie sie anmerkte: Das normalste sei meistens nur der Kaffee in der Früh mit den Kolleg*innen!


Oliver Weiss: Es grünt so grün

Oliver Weiss hat seinen Bachelor und Master in Landschaftsplanung an der Universität für Bodenkultur (BOKU) absolviert. Mittlerweile hat er sich auf den Bereich der Vegetationstechnik spezialisiert und arbeitet im wohl grünsten Büro Österreichs. Von diesem Zimmerpflanzendschungel, den er seinen Arbeitsplatz nennen darf, hat er den Jugendlichen zum Einstieg ein Foto mitgebracht und gleich mächtig Eindruck hinterlassen. Obwohl Oliver beim ScienceFlash im Vergleich zu den anderen Forscher*innen als Exot gesehen werden konnte, fand sein Arbeitsfeld der Gebäudebegrünung großen Anklang.

Der Vegetationstechniker Oliver Weiss.

Das hat mit Sicherheit auch damit zu tun, dass Oliver mit großer Begeisterung von seinem Studium erzählte, das sich vor allem auch durch viel Praxisbezug auszeichnete. Exkursionen waren nicht nur ein Garant für lehrreiche und tolle Erfahrungen, sondern auch für dreckige Fingernägel, spaßte Oliver.

Aktuell arbeitet Oliver an dem Projekt “50 grüne Häuser“, der Internationalen Bauausstellung (IBA Wien) präsentiert wurde. Im Zuge dessen wird nach kostengünstigen und einfachen Lösungen zur Gebäudebegrünung geforscht. Hierbei wird beobachtet, welche wärmetechnischen Unterschiede dadurch entstehen. Oliver hat dazu auch Fotos von Wärmebildkameras im Einsatz mitgebracht. Schließlich wollten auch alle wissen, ob man denn Unterschiede erkennen konnte. Oliver erzählte den Jugendlichen, dass die Messwerte einer begrünten Fassade um ca. 5 Grad kühler ausfielen, als die von normalen Fassaden. Er merkte aber an, dass dies noch gar nicht so viel sei und dass man an sehr heißen Tagen höhere Temperaturunterschiede messen könnte.

Die Jugendlichen waren im wahrsten Sinne des Wortes „geflasht“ und wollten Allerlei von Oliver wissen. Der Jungforscher gab zum Abschluss Tipps für passende Pflanzen im Klassenzimmer (Efeututen eignen sich laut Oliver gut) und klärte auf, dass man die Kosten für eine Fassadenbegrünung nicht alleine tragen muss, sondern auch um finanzielle Unterstützung bei der Stadt Wien ansuchen kann.


Bettina Schlager: Informatik ist virtuell!

Bettina Schlager zeigt beim Science Flash einen Controller für VR.

Bettina Schlager hat ein Bachelorstudium in Medieninformatik und Visual Computing an der TU Wien (Technische Universität) absolviert. Derzeit macht sie dort auch ihren Master in Visual Computing. Beruflich arbeitet sie als Forscherin in der Multiple Senses-Forschungsgruppe am VRVis – Zentrum für Virtual Reality und Visualisierung Forschungs-GmbH.Inhaltlich arbeitet Bettina in den Themenbereichen Virtual und Augmented Reality, kurz VR und AR.

Gleich zu Beginn des ScienceFlashes überraschte eine spannende Info zu Bettinas Bildungsweg: „Ratet mal, welche Schulform Bettina in der Oberstufe besucht hat?“ lautete die einfache Frage, die alle Jugendlichen per Umfrage beantworten sollten. Gymnasium und HTL (Höhere technische Lehranstalt) waren die hoch bewerteten Umfrage-Antworten, aber kaum jemand hätte gedacht, dass Bettina als Informatikerin ihre Oberstufe an einer HAK (Handelsakademie) absolviert hat. Jedenfalls konnte sie damit den interessierten Jugendlichen beweisen: auch ohne technische Vorbildung ist es möglich, im Informatik Studium Fuß zu fassen. Und sich einen Fokus zu wählen: in ihrem Fall eben alles rund um virtuelle Welten!

Highlights in Bettinas Job: Konferenzen besuchen und neue Anwendungen kennenlernen.

Ein Projekt, das Bettina vom Studium hinein in ihre jetzige berufliche Tätigkeit bei VRVis begleitet hat ist ein virtuelles Feuerlöschtraining. Dabei können Leute mit einer VR Brille und Controller üben, ein Feuer in einem Innenraum richtig zu löschen. Den Controller – das ist die Steuerung mithilfe derer der Computer die Position der Hände der Anwender*innen im virtuellen Raum erkennt – zeigte die junge Forscherin auch live her. Das Projekt, das als ihre Bachelorarbeit begann, hat sich so gut entwickelt, dass sie dafür einen Preis erhielt, den eAward 2019.  Der Wirtschaftspreis eAward wird vom Fachverlag Report jährlich gemeinsam mit der Plattform Digitales Österreich für Projekte mit IT-Bezug und größtem Kundennutzen vergeben.

Im Laufe der letzten Jahre hat Bettina auch einige Konferenzen besucht – zunächst sogenannte „student conferences“, die ähnlich funktionieren wie „echte“ Konferenzen, aber eben in erster Linie Studierenden den Raum für Präsentationen bieten. Konferenzen findet die Forscherin immer eine besonders spannende Möglichkeit, weil man dabei auch die Projekte, Anwendungen und Tools anderer Forscher*innen hautnah kennenlernen und ausprobieren kann – was auch eine Inspiration für die eigenen Arbeit darstellt.


Rainhard Findling: Technologischer Forstschritt macht Spaß

Rainhard Findling mit einer Spezialbrille, die Augenbewegungen trackt

Rainhard Findling hat am FH Campus Hagenberg sein Bachelor- und Masterstudium in Mobile Computing absolviert und machte seine Dissertation am Institut für Netzwerke und Sicherheit der Johannes Kepler Universität Linz. Derzeit arbeitet Rainhard für Google. Über Details seiner aktuelle Tätigkeit konnte er uns zwar nichts erzählen, an spannenden Inputs hat es trotzdem nicht gemangelt, denn Rainhard konnte uns von beeindruckenden Forschungsarbeiten und tollen Karriere Highlights berichten.

Zum Auftakt seines ScienceFlashs brachte Rainhard die Jugendlichen gleich ordentlich ins Grübeln und Staunen: er wollte von ihnen wissen, was es mit seinem gezeigten Forschungsgegenstand – eine Brille ohne Gläser (siehe Foto) – auf sich hat?!  Diese Brille hat drei Kameras verbaut, die die Augenbewegungen verfolgen. Damit wird aufgezeichnet, wohin die Augen sich bewegen/blicken, auch bei geschlossenen Lidern! Herausfinden kann man damit, wohin jemand den Blick richtet. Dies bietet beispielsweise die Möglichkeit zu testen, ob User*innen eines Computerprogramms neu eingebaute Buttons sehen und nutzen, und wie das Programm noch userfreundlicher gestaltet werden könnte.

Von seinem Universitätsalltag erzählte Rainhard mit viel Begeisterung und konnte auch die Jugendlichen von der Vielfältigkeit seines Studiums überzeugen. Beispiel gefällig? Rainhard erzählte, dass es ihm etwa viel spannender erschien als Hausaufgabe ein Handyspiel zu programmieren als die üblichen Hausaufgaben zu machen, die er noch aus Schulzeiten in Erinnerung hatte. Im Rahmen von Veranstaltungen wie dem Mobile Monday in Wien konnte er bereits während des Studiums eigene Anwendungen testen, viele Erfahrungen sammeln und wichtige Kontakte knüpfen. Der Spaß kam in Rainhards Studium nie zu kurz und für die gewonnene Erfahrung ist er heute noch dankbar – nicht umsonst spricht er von der besten Zeit seines Lebens. 

Mindestens genauso aufregend gestaltete sich sein Forschungsalltag an der Aalto University in Helsinki, Finnland. Einerseits forschte er in dieser Zeit mit dem Brillen-Prototyp, den sogenannten „Smart-glasses“ die er zu Beginn bereits vorstellte. Mit Studierenden veranstaltete er im Rahmen eines Kurses ein RC-Car-Race, von dem sich die Jugendlichen per Foto überzeugen konnten. Bei diesem Rennen mit selbstfahrenden Autos programmierten die Studierenden die Autos. Eine Botschaft war Rainhard besonders wichtig: „Da ist immer was interessantes los, und interessant bedeutet in diesem Fall für beide Seiten: sowohl für Forscher*innen und Vortragende, als auch für die Studierenden.“

Eindrücke von einem Projekt, mit dem Rainhard einen Preis gewonnen hat.

Rainhard hat im Laufe seines Studiums einige Preise gewonnen, eines seiner persönlichen Highlights war aber die ATOS IT Challenge 2013, bei der er sich mit seinen Kolleg*innen gegen 50-60 andere Universitäten weltweit durchgesetzt und die Trophäe für den 1.Platz mit nach Hause nehmen konnte. Im Rahmen der Challenge wurde eine App bzw. ein System entwickelt, das in einer Stadt clevere Geschwindigkeiten für alle Fahrzeuge berechnet, sodass die Stopp-Zeiten bei Ampeln in der gesamten Stadt auf nahezu 0 sinken – wenn sich die Fahrer*innen der Fahrzeuge daran halten. Das reduziert die Zeit im Verkehr, aber vor allem den Treibstoffverbrauch und die Emissionswerte der Fahrzeuge. Die Teilnahme an diesem Wettbewerb hat Rainhard viel Erfahrung in der Business-Welt und wertvolle Kontakte eingebracht, auch in Form von tollen Reisen. So ging es einige Tage nach Paris ins ATOS Headquarter, sowie nach Sotschi in Russland als ATOS-Gäste für die Winterolympiade 2014. Rainhard hat die Chance genutzt um die Welt kennenzulernen, und so im Rahmen seines Studiums und seiner Forschungstätigkeit über 20 Länder bereist. Die Jugendlichen konnten als Botschaft mitnehmen, dass man auch für seine Leistungen im Studium bereits ordentlich belohnt werden kann.


fti…remixed Speeddating im Rahmen der BeSt³ Salzburg

fti…remixed Dialogveranstaltung mit ForscherInnen und EntwicklerInnen

SchülerInnen beim fti…remixed Speeddating im Rahmen der BeSt³ Salzburg

Am Freitag, den 22. November 2019 fand eine fti…remixed Dialogveranstaltung in Form eines Speeddatings im Rahmen der BeSt³ – Die Messe für Beruf, Studium und Weiterbildung im Messezentrum Salzburg statt. Schülerinnen und Schüler des BORG (Bundesoberstufenrealgymnasium) Oberndorf und der HTL (Höhere Technische Lehranstalt) Salzburg hatten die Möglichkeit, 6 Expertinnen und Experten kennen zu lernen und sie über ihren Berufsweg und Arbeitsalltag zu befragen.

Projektleitung: Christa Bernert, Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit)

Konzept und Moderation: Andrea Dobersberger und Johannes Brossmann, PlanSinn Planung und Kommunikation GmbH

Michèle Zlöbl: Trainieren mit App? Richtig!

Michèle Zlöbl präsentiert die App zum Trainieren.

Michèle Zlöbl besuchte zunächst eine HTL (Höhere Technische Lehranstalt) für Maschinenbau & Fertigungstechnik. Danach absolvierte sie eine Unteroffiziersausbildung beim Bundesheer und war als Notfallsanitätsunteroffizier auch im Ausland im Einsatz. Ihr Interesse für Medizin führte sie zum Studium Medizintechnik an der FH (Fachhochschule) Oberösterreich. Seit dem Bachelorabschluss arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Salzburg Research Forschungsgesellschaft m.b.H. und absolviert berufsbegleitend den Masterstudiengang “Smart products and solutions” an der FH (Fachhochschule) Kufstein.

In ihrer beruflichen Tätigkeit beschäftigt sich Michèle mit dem Forschungsfeld AAL. Die Abkürzung steht für „Active and Assisted Living“. Hierbei geht es um die Entwicklung von Softwarelösungen, die Menschen ab dem 50. Lebensjahr in ihren Alltag unterstützen sollen. Beim Speeddating zeigte sie eine App vor, die sie mitentwickelt hat: die Software unterstützt Menschen dabei, ihre Sportübungen zu machen. Am TV-Gerät werden die Übungen vorgezeigt, dadurch motiviert die App einerseits. Anderseits gibt die App, wenn eine entsprechende Kamera angeschlossen wird, den NutzerInnen auch Feedback. Eine falsche Ausführung der Übung (z.B. Rücken nicht gerade, Knie an falscher Position), die ungesund wäre, kann so verhindert werden. Die App hilft also, richtig zu trainieren.

Michèle erzählte den Jugendlichen auch, dass das Bachelorstudium an einer Fachhochschule durchaus anstrengend sein kann, weil man sich viele Grundlagen erarbeiten muss. Ihr Tipp: „Durchziehen!“ Im Master fühlt man sich dank dieser Basis dann schon viel besser gerüstet.

Armin Veichtlbauer: Forschen auch außerhalb vom Labor?

Armin Veichtlbauer erklärt, was der mitgebrachte Forschungsgegenstand “Cisco Switch” macht.

Armin Veichtlbauer lehrt an der FH (Fachhochschule) Oberösterreich und an der FH (Fachhochschule) Salzburg. Nach seinem Studium der Angewandten Informatik an der Universität Salzburg war er dort auch als Forscher tätig und sammelte außerdem 10 Jahre Forschungserfahrung bei Salzburg Research.

Im Moment beschäftigt sich Armin vor allem mit Software-Systemen für Smart Grids, das sind intelligente Stromnetze. Um erneuerbare Energien wie Wind und Sonne gut einsetzen zu können, müssen die Stromsysteme verändert und modernisiert werden. Gab es früher wenige Kraftwerke, so gibt es heute viele, dezentrale, kleinere Kraftwerke, die Strom erzeugen. Diese veränderten Bedingungen erfordern auch bei Steuerung und Kontrolle der Stromerzeugung und -nutzung neue Lösungen. Der mitgebrachte Forschungsgegenstand, ein „Cisco Switch“ hilft in der Kombination mit entsprechender Software dabei, so ein Stromnetz effizient zu organisieren.

Die SchülerInnen waren ganz erstaunt, als sie erfuhren, dass Forschung nicht heißt, mit Kittel und Reagenzglas alleine in einem Labor zu sitzen. „Forschung ist auch ganz viel Arbeit im Team oder eine Zusammenarbeit mit anderen Institutionen“, erzählt Armin Veichtlbauer begeistert, „Es kommt selten vor, ganz alleine arbeiten zu müssen“. Da gab es einige AHA-Momente für die Jugendlichen, auch bei der wichtigen Erkenntnis, dass es Forschung in den verschiedensten Sparten gibt und diese noch dazu sehr vielfältig sind!

Angela Harrison: Forschung heißt “Hands on!”

Die Jugendlichen vergleichen das Gewicht der mitgebrachten Würfel.

Angela Harrison arbeitet am AIT (Austrian Institute of Technolgy) in Ranshofen. Dort befindet sich das Leichtmetallkompetenzzentrum, in dem sie als Research Engineer tätig ist. Sie beschäftigt sich vor allem mit Druckguss für die Umsetzung von Maßnahmen hinsichtlich Prozessoptimierung.

Angela studierte Industriellen Umweltschutz mit dem Schwerpunkt auf Verfahrenstechnik an der Montanuniversität Leoben. Ihre Doktorarbeit zum Thema „Technische Risikoanalyse und Risikobewertung“ schrieb sie am Internationalen Kernforschungsinstitut CERN in Genf.

Für Angela heißt Forschung aber auch vor allem „Hands on“. Mit Schutzanzug und Helm werden Versuche gemacht, es ist heiß und die Arbeit kann auch anstrengend sein – das ist angewandte Forschung! Aus ihrem Arbeitsalltag hat Angela vier gleichgroße Würfel aus verschiedenen Materialien mitgebracht, zu denen sie forscht. Die SchülerInnen konnten das unterschiedliche Gewicht zwischen Stahl, Magnesium, Aluminium und Aluminiumschaum direkt austesten – schon verblüffend, wie stark das Gewicht variiert!

„Wie geht das eigentlich mit der Doktorarbeit?“, fragten die SchülerInnen. Angela erzählte, dass sie drei Jahre an ihrer Arbeit geschrieben hat und dass es sehr wichtig ist, dass einen das Thema wirklich interessiert, schließlich beschäftigt man sich sehr lange und intensiv damit!

Jo Krüger: Forschung ist auch kreativ!

Jo Krüger berichtet von seinem Studium “Industrial Design”

Jo Krüger kommt aus Deutschland und hat dort an der Hochschule Emden-Leer in Niedersachsen Maschinenbau und Design studiert. Während des Bachelorstudiums hat er mehrere Praktika absolviert und konnte dort schon viele Eindrücke aus der Praxis sammeln. Im Moment studiert er an der FH Johanneum im Masterstudiengang „Industrial Design“.

Zur Zeit arbeitet er an einem Projekt, wo es um das Design von Autos geht. Als Industrial Designer hat Jo sein Skizzenbuch mitgebracht, in welchem er seine Entwürfe für die Autos zeichnet. Zu Beginn des Studiums konnte Jo auch noch nicht so gut zeichnen. „Da gibt es viele Kurse und wenn man es regelmäßig macht, lernt man das ganz schnell“, schildert Jo den SchülerInnen, die ganz gespannt fragen, wie man denn so gut zeichnen lernt!

Bei seinem Studium „Industrial Design“ geht es aber nicht nur um das Design von Autos. Eine Kollegin von Jo hat einen „Coffee to Go-Becher“ entworfen, der aus Kaffeesatz besteht und Samen enthält. Wenn man den benutzten Kaffeebecher dann wegwirft, verrottet er und es wachsen Blumen aus dem Samen. Jo Krüger hat die SchülerInnen überzeugt – Forschung ist auch kreativ!

Laura Knoth & Caroline Atzl: 3D Modelle und 4D Webkarten für Nachhaltigkeit und Energieeffizienz

Laura Knoth und Caroline Atzl erklären, was ihre Sensoren auf der 4D-Karte anzeigen.

Laura Knoth & Caroline Atzl sind Kolleginnen in der Research Studios Austria Forschungsgesellschaft, ihr Fachbereich heißt Research Studio iSPACE – 4D Environments. Laura machte ihren Bachelor in Geographie und absolvierte ein Masterstudium in Applied Geoinformatics. In diesem Fach schreibt sie auch gerade ihre Doktorarbeit. Caroline studierte Angewandte Geoinformatik an der Universität Salzburg, wo sie auch ihre Masterarbeit im Bereich Geoapplikationsentwicklung und Design geschrieben hat.

Laura forscht aktuell im Bereich der nachhaltigen Modellierung von 2D und 3D Produktions-Innenraumumgebungen sowie von 3D-Modellierung und 3D-Gebäuden. Caroline arbeitet zur Zeit an einer 4D Webkarte zur Visualisierung von Lauras 3D-Gebäuden. Die 4. Dimension ist in ihrem Fall die Zeit. Es geht also darum, zeitliche Veränderungen in einem 3D-Gebäudemodell sichtbar zu machen. Interessant wird dass in Zusammenhang mit Informationen von Sensoren, die z.B. Temperatur, Luftfeuchte oder Stromverbrauch in Innenräumen über einen längeren Zeitraum messen und dann in der Karte sichtbar werden. Ziel ist es, durch die Messungen auf der Karte zu verdeutlichen, wie und wo Räume energieeffizienter und somit auch nachhaltiger gestaltet und genutzt werden können!

Was die beiden Forscherinnen den SchülerInnen auf jeden Fall mitgeben möchten: „Sucht euch einen Beruf, der euch Spaß macht, denn man verbringt sehr viel Zeit in der Arbeit. Stellt viele Fragen, probiert viel aus und entscheidet selbst, was für euch das Richtige ist!“

Andreas Petutschnig: Stress im Straßenverkehr?

Was verursacht eigentlich Stress im Straßenverkehr? Andreas Petutschnig hat’s erklärt.

Andreas Petutschnig hat die Fachoberschule Friedberg in Deutschland besucht. Eine Fachoberschule ist ähnlich zur HTL in Österreich. Danach studierte er Kartographie und Geomedientechnik in München und 2017 schloss er das Masterstudium der Angewandten Geoinformatik an der Universität Salzburg ab. Andreas sammelte Berufserfahrung im Bereich 3D-Realitymaps und er ist im Moment Doktorand am Fachbereich Geoinformatik an der Universität Salzburg.

Im Forschungsprojekt, mit dem sich Andreas beschäftigt, geht es um die Stressmessung im Straßenverkehr. Im Fokus steht, wie FußgängerInnen und RadfahrerInnen den Straßenraum erleben. Gemessen wird einerseits z.B. der Herzschlag oder die Produktion von Schweiß und andererseits der Standort der Testpersonen mit einem GPS-Sender. Durch die Kombination der Messungen kann festgestellt werden, an welchen Bereichen im Straßenverkehr (z.B. Kreuzungen) der meiste Stress entsteht. Diese Informationen werden dann an Stadt- oder VerkehrsplanerInnen weitergegeben, um solche Stellen im Verkehrsnetz zu verbessern.

IMAGINE 19 – Konferenz zu Informations- und Kommunikationstechnologie

fti…remixed Dialogveranstaltung mit ForscherInnen und EntwicklerInnen

SchülerInnen beim fti…remixed Speeddating im Rahmen der IMAGINE 19

Am Dienstag, den 22. Oktober 2019, fand eine fti…remixed Dialogveranstaltung in Form eines Speeddatings im Rahmen der IMAGINE 19 in der Ottakringer Brauerei statt. IMAGINE ist eine Konferenzserie zum Thema Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) der Zukunft. Sie findet jährlich statt und dient als Zukunftsradar, sowie der Sichtbarmachung der österreichischen Spitzenforschung.

SchülerInnen der Hertha Firnberg Schulen für Wirtschaft und Tourismus sowie des BG/BRG Geringergasse Wien 11 hatten die Möglichkeit, sechs ExpertInnen kennen zu lernen und sie über ihren Berufsweg und Arbeitsalltag zu befragen.

Projektleitung: Christa Bernert, Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit)

Konzept und Moderation: Johannes Brossmann und Andrea Dobersberger, PlanSinn Planung und Kommunikation GmbH


Nadine Schneeberger bringt Abkühlung in die Stadt

Nadine Schneeberger ist am AIT-Austrian Institute of Technology beschäftigt

Nadine Schneeberger ist am AIT – Austrian Institute of Technology im Center for Energy tätig. Nach dem Abschluss an der HAK hat sie zuerst nicht gewusst, was sie machen möchte, wollte aber unbedingt noch was lernen. Sie hat einen Bachelor in Soziologie abgeschlossen und dann noch Raumplanung an der TU (Technische Universtität) Wien studiert. Nachdem sie ein Praktikum beim AIT gemacht hat, konnte sie dort im Bereich Nachhaltige Stadtentwicklung & Energieraumplanung zu arbeiten beginnen. Das war ein guter Berufseinstieg und sie freut sich sehr, dass das so geklappt hat! Nadine beschäftigt sich in ihrer Arbeit viel mit „Urban Heat Islands“, also Hitze-Inseln in der Stadt und damit, mehr Abkühlung in die Stadt zu bringen.
Als Forschungsgegenstand hat sie ein Thermometer mitgebracht. Dieses hat zwar beim Speeddating keine Höchstwerte angezeigt. Aber es macht im Sommer deutlich, wie heiß es in der Stadt aufgrund der Klimaerwärmung werden kann. Was kann man dagegen tun? Nadine beschäftigt sich genau mit diesem Thema und es gibt viele Ansätze, die Hitze in der Stadt zu minimieren. Auch die Schülerinnen und Schüler hatten viele Ideen wie beispielsweise mehr Grünflächen, die Dächer begrünen, mehr Wasser oder weniger Autoverkehr. Nadine arbeitet in einem Forschungsprojekt namens „LiLa4Green“, in dem unter anderem sogenannte „Parklets“ entwickelt wurden. „Ist das ein Parkplatz-Outlet?“ fragten sich die SchülerInnen. Nein, das sind Stadtmöbel, die auf Parkplätzen aufgestellt werden und mehr öffentlich zugänglichen Freiraum bieten. Ganz wichtig ist hier, dass es keinen Konsumzwang gibt und alle Menschen das einfach so nutzen können. Durch Pflanzen und Wasser beim Parklet entsteht bessere Luft, es gibt mehr Grün und die heiße Luft im Sommer wird deutlich abgekühlt. Perfekt also, um einen heißen Sommer in Wien zu überstehen.

 

Matthias Wenzl: Wie beschütze ich eine Drohne vor Hackern?

Matthias Wenzl forscht und arbeitet zum Thema “Embedded Systems”

Matthias Wenzl studierte nach der AHS an der TU (Technische Universtität) Wien und machte dort einen Bachelor und Master der Technischen Informatik. Er konnte bereits Berufserfahrung bei Siemens oder Gleichman Research sammeln und arbeitete auch am FH Technikum Wien als Mitarbeiter im Bereich der Forschung und Lehre. Dort ist Matthias auch jetzt noch beschäftigt und er arbeitet seit 2017 an seiner Dissertation im Bereich der „Embedded Systems Security“ – also an der Sicherheit eingebetteter Systeme.
Embedded Systems sind ganz kleine Systeme mit wenig Rechenleistung, die z.B. in Autos oder anderen Geräten wie einer Drohne eingebaut werden. Damit diese Geräte gesteuert werden können, muss mit den Embedded Systems kommuniziert werden. Dabei werden Daten übermittelt. Diese Daten müssen sicher sein und überhaupt ist die Sicherheit des gesamten Systems wichtig! Um das alles kümmert sich Matthias in seinem Arbeitsalltag. Er baut spezielle Sicherheitsfeatures in die Embedded Systems ein, um so z.b. Hackerangriffe zu vermeiden.

Cristina Picus: Was hat Physik eigentlich mit Sicherheit zu tun?

Cristina Picus scannt Fingerabdrücke mit intelligenten Bildverarbeitungssystemen

Cristina Picus kommt aus Italien und hat dort auch Physik studiert, nämlich an der Universität von Cagliari. Danach ist sie nach Deutschland gegangen und hat dort an der Universität Heidelberg in Theoretischer Physik promoviert. Cristina hat schon in verschiedenen Bereichen gearbeitet, aktuell arbeitet Cristina am AIT – Austrian Institute of Technology im Center for Digital Safety & Security. Dort ist sie zuständig für die Projektentwicklung und das Projektmanagement von Forschungsprojekten zur Entwicklung intelligenter Bildverarbeitungssysteme.
Wenn man nicht so viel damit zu tun hat fragt man sich vielleicht, in welchen Bereichen sowas nützlich sein kann. Eingesetzt werden solche Bildverarbeitungssysteme z.B. im Sicherheitsbereich, beim Grenzschutz oder zum Schutz von kritischen Infrastrukturen.
In einem Projekt wurde ein Programm und auch ein Gerät für den Einsatz am Flughafen entwickelt. Dieses Gerät scannt und verarbeitet Fingerabdrücke per Foto. So ein Projekt zu entwickeln dauert ein bis zwei Jahre. Um den SchülerInnen praktisch zu zeigen wie die Erkennung von Fingerabdrücken mit einer Kamera funktioniert, hatte Cristina ein Smartphone mit einer eigens entwickelten App mitgebracht. Wenn sie mit der Handykamera ein Foto ihrer Finger machte, erarbeitete die App aus dem Foto heraus die Fingerabdrücke.

Andreas Amsüss: Wie sehen Materialien der Zukunft aus?

Andreas Amsüss arbeitet im Bereich der Materialentwicklung bei Infineon Technologies Austria

Andreas Amsüss arbeitet bei Infineon Technologies Austria im Bereich R&D Engineering (Research & Development, also Forschung und Produkt-Entwicklung). Nach seinem Gymnasialabschluss entschied er sich für einen Bachelor der Technischen Chemie und im Anschluss für den Master in Werkstofftechnologie und -analytik, beides an der TU (Technische Universtität) Wien. Sein Doktorat hat er dann ebenfalls in Technischer Chemie an der TU Wien absolviert.
Andreas arbeitet in der Materialentwicklung und der chemisch-physikalischen Analytik. Er hat zwar noch kein Material selber erfunden, aber durchaus eines weiterentwickelt! Es geht dabei darum, Materialien wie Kupfer, Silizium oder Isolationsschichten so weiterzuentwickeln, dass sie z.B. für Extremtemperaturen geeignet sind und trotzdem ihre Eigenschaften entfalten können.
Die Begeisterung für sein Fachgebiet ist nicht zu übersehen und „wer sich für etwas begeistert, wird auch Erfolg haben“, so lautet die Devise von Andreas. Als er sich für sein Studium entschieden hatte, wählte er nicht danach aus, ob dieses Thema in Zukunft relevant sein wird, sondern ob ihn das Studium interessiert. Das wichtigste ist Interesse und Begeisterung für die Sache, alles andere kommt von selbst!

Sabrina Kirrane: Wer hat die meisten Konferenz-Badges?

Sabrina Kirrane ist als Forscherin an der Wirtschaftsuni Wien viel auf Konferenzen unterwegs

Sabrina Kirrane kommt ursprünglich aus Irland und lebt nun seit vier Jahren in Wien. Sie arbeitet als Forscherin an der Wirtschaftsuniversität Wien und ist dort im Department of Informations Systems and Operations tätig.
Ihren Bachelor hat sie in Software Development gemacht und daran einen Master in Computing through Research angehängt. Sie hat viele Projekte mitentwickelt und war schon auf unzähligen Konferenzen. Ihr Forscherinnenalltag beinhaltet viele berufliche Reisen, um sich bei Konferenzen zu vernetzen, Vorträge zu halten, andere Ideen zu hören usw. Zum Speeddating brachte Sabrina ihre Sammlung an Konferenz-Badges (so heißen die Namensschilder und Eintrittskarten bei Konferenzen) mit. Die Jugendlichen durften jeweils ein Konferenz-Badge auswählen, und Sabrina erzählte etwas dazu. Zu jedem einzelnen hatte sie eine spannende Story und konnte berichten, um was es bei der jeweiligen Konferenz gegangen ist und wo sie stattgefunden hat.
In ihren Erzählungen ließ Sabrina auch andere spannende Erfahrungen aus ihrer Arbeit einfließen. Sie vermittelte den Jugendlichen z.B. dass Forschung auch viele Fähigkeiten in anderen Bereichen erfordert: Projektmanagement ist wichtig, Teamleitung wird benötigt, auch Marketing und Öffentlichkeitsarbeit gehören dazu. Und natürlich das Schreiben von Projektanträgen, das zum Alltag vieler ForscherInnen dazu gehört.

Marco Gavagnin: Der “3+1”-ForscherInnen-Alltag!

Marco Gavagnin beschäftigt sich mit Mikro- und Nanotechnologie in der ATS – Austria Technologie & Systemtechnik AG

Marco Gavagnin stammt aus Italien und hat dort an der Universität Padova Chemie studiert. Sein Doktorat hat er dann an der Technischen Universität Wien gemacht. Danach wechselte er nach Leoben, wo er jetzt wohnt und bei ATS – Austria Technologie & Systemtechnik AG arbeitet. Von der Chemie hat es ihn also in das Feld der Mikro- und Nanoelektronik verschlagen, wo er sich jetzt mit technologischen Prognosen beschäftigt.
Sein Arbeitsalltag im Bereich der Forschung besteht im Wesentlichen aus „3+1 Aktivitäten“, wie er sagt. Er macht (1.) Technology Road Mapping, das ist Technologieplanung für die Zukunft, wo er auch international mit China, Korea u.a. zusammenarbeitet. Er beschäftigt sich außerdem mit (2.) Technologischen Prognosen. Hierfür reist er viel und ist auf diversen Konferenzen unterwegs, um sich ein Bild der technologischen Trends zu machen. Der dritte Part seines Forschungsalltags ist (3.) die Projektleitung und das Management, wo er die Forschungsprojekte koordiniert. Das „Plus 1“ in Marco’s Alltag sind die „Daily Routines“, das beinhaltet E-Mails lesen und beantworten, Telefonate führen, Reports schreiben usw. Marco berichtete aber nicht nur über seinen Arbeitsalltag, er hatte selbst auch Fragen an die Jugendlichen. Er wollte etwa wissen, was sie sich unter „Forschung“ vorstellen. Eine Schülerin erklärte darauf: „Es geht darum, eine Idee zu haben und dieses weiter zu verbessern, oder zwei bestehende Ideen neu zu kombinieren, oder auszuprobieren, ob etwas Neues auch funktioniert.“ Diese Auffassung teilte Marco und fügte hinzu, dass die Forschung kein einsames „Vor-Sich-Hinarbeiten“ sei, sondern die Zusammenarbeit mit anderen erfordere.

  • Veranstaltungen

    1. Girls TECH UP 2019

      Girls TECH UP 2020- neuer Termin: 15.10.2021

      15. Oktober @ 08:30