Wissenschaftskommunikationsplattform für Jugendliche
 

fti…remixed ScienceFlash im Rahmen der IMAGINE 21

Das war unsere digitale Veranstaltung mit spannenden Forscherinnen!

Am Donnerstag, 17. Juni 2021, fand eine fti…remixed Dialogveranstaltung in Form eines digitalen „ScienceFlashs“ im Rahmen der IMAGINE 21 statt.

Jugendliche bzw. junge Erwachsene im Alter zwischen 14 und 30 Jahren hatten die Möglichkeit, 3 Forscherinnen online kennenzulernen und sie über ihren Berufsweg und Arbeitsalltag zu befragen. Ein Flash dauerte 20 Minuten und beinhaltete viele spannende Informationen, Interaktionen, AHA-Momente und humorvolle Antworten.

Projektleitung: Christa Bernert, Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK)

Konzept und Moderation: Andrea Dobersberger, Hanna Dorfner, Carina Krausler, PlanSinn Planung und Kommunikation GmbH



Folgende Expertinnen haben beim ScienceFlash mitgemacht:

Lisa Mitterhuber-Gressl: Analysiert thermische Materialeigenschaften

Lisa Mitterhuber-Gressl arbeitet als Wissenschaftlerin am Material Center Leoben in der Gruppe “Reliability Analytics for 3D Integration & Packaging. Ihr Forschungsschwerpunkt befasst sich mit der thermischen Analyse von mikroelektronischen Bauteilen und deren Materialien. Sie hat Technische Physik auf der Technischen Universität Graz studiert und promovierte 2019 in Werkstoffwissenschaften an der Montanuniversität Leoben. Für ihre Doktorarbeit hat sie 2020 den TÜV Wissenschaftspreis – Publikumspreis erhalten.

Lisa bei CERN © Lisa Mitterhuber- Gressl

Dass man für eine Forscher*innenkarriere im Bereich fti nicht unbedingt eine technische Schule besucht haben muss, zeigt der Werdegang von Lisa sehr schön. Denn zur Überraschung der Teilnehmer*inne hat sie keine HTL oder dergleichen besucht, sondern ein sprachliches Gymnasium.

Zum Einstieg des Flashes hat Lisa einen ihrer Forschungsgegenstände – eine Leiterplatte – mitgebracht und die Teilnehmer*innen raten lassen, wo eine solche verbaut ist. Die richtigen Antworten „Handy“ und „Computer“ haben die meisten Teilnehmer*innen erraten.

Lisa hat ihre Studienzeit sichtlich genossen und konnte mit ihrer Begeisterung für technische Physik viele Teilnehmer*innen anstecken. Besonders beeindruckt hat die Teilnehmer*innen ein Schnappschuss, der Lisa im Rahmen einer Uni-Exkursion vor dem Teilchenbeschleuniger in CERN zeigt. 

Lisa brachte den Teilnehmer*innen außerdem eine sich spiegelnde Scheibe mit – einen sogenannten Silizium-Wafer – der in der Mikroelektronik zum Einsatz kommt. Der Wafer ist das Basismaterial, aus dem mikroelektronische Bauteile (Chips) bestehen und diese sind auf einer Leiterplatte verbaut.

Lisa an ihrem Arbeitsplatz CERN © Lisa Mitterhuber- Gressl

Die Teilnehmer*innen konnten erfahren, dass sich Lisa’s Forschungs- und Arbeitsalltag durchaus abwechslungsreich gestaltet. Denn sie verbringt nicht nur Zeit vor dem Computer, sondern auch im Labor. Dort beschäftigt sie sich vor allem mit der Analyse thermischer Eigenschaften mikroelektronischer Bauteile. Dies ist wichtig, um herauszufinden, wieviel Temperatur gewisse mikroelektronische Bauteile „aushalten“. Mit diesem Wissen kann Lisa die Hitzebeständigkeit optimieren und ermöglichen, dass elektronische Geräte eine bessere Leistungsfähigkeit bzw. längere Überlebensdauer haben. 

Zum Schluss verriet Lisa noch ihr bisheriges Karriere-Highlight: für ihre Dissertation hat sie ein Scholarship des Hans-List-Fonds verliehen bekommen. Mit diesen Stipendien werden jedes Jahr 6 herausragende Studierende und Absolventen steirischer Universitäten unterstützt. Vor allem werden innovative Masterarbeiten und Dissertationen mit hohem Innovationsgrad, Nutzen für die Umwelt und einer praktischen Anwendbarkeit ausgewählt. Herzliche Gratulation an Lisa für diese besondere Auszeichnung.

Sandra Fuchs: Entwickelt „smarte Karten“

Sandra Fuchs arbeitet als Produktmanagerin bei NXP Semiconductors Austria GmbH im Bereich „Smart Mobility and Retail“ und ist mittlerweile seit mehr als 8 Jahren in der Halbleiterindustrie tätig.  Sie ist dafür verantwortlich die Produkt-Roadmap zu definieren, um anhand innovativer Technologien zukünftigen Markttrends voraus zu sein. Ihr Fokus liegt dabei im Bereich sicherer Nahfeldkommunikation (NFC) sowie Cloud Services.

MIFARE Smartcard © NXP Semiconductors Austria

An der Technischen Universität Graz hat sie das Studium „Softwareentwicklung und Wirtschaft“ im Jahr 2015 abgeschlossen. Auch Sandra sorgte mit ihrer schulischen Ausbildung für einen kleinen Aha-Moment, denn auch sie besuchte keine technische berufsbildende höhere Schule, sondern ein BORG.

Gleich zu Beginn stellte Sandra ihren Forschungsgegenstand – eine Smartcard – vor und lud die Teilnehmer*innen ein, zu erraten, wo die meisten von uns eine solche fast täglich verwenden. Fast alle Teilnehmer*innen wussten, dass eine Smartcard beim Bezahlen mit Bankomatkarte zum Einsatz kommt.

Doch die Anwendungsgebiete einer solchen Smartcard sind vielfältig, wie wir erfuhren. So kommen Smartcards z.B. auch bei Ski-Tickets, in Bekleidungsgeschäften oder bei kontaktlosen Öffi-Tickets zum Einsatz, um ein paar Beispiele aus dem Alltag zu nennen. Dass Sandra bzw. NXP Semiconductors das kontaktlose Ticket-System der öffentlichen Verkehrsmittel in London entwickelt hat, sorgte bei den Jugendlichen für große Begeisterung.

Sandras Arbeitsplatz © NXP Semiconductors Austria

Sandra hatte viele Fotos mit dabei, die reges Interesse weckten. Diese zeigten Bestandteile der Smartcard, Sandra bei ihrer Arbeit mit Kund*innen, aber auch den Standort von NXP Semiconductors in Gratkorn, an dem 700 Mitarbeiter*innen aus 45 unterschiedlichen Nationen tätig sind.

Obwohl Sandra in einem sehr spezifischen Forschungsgebiet gelandet ist, war es ihr wichtig zu betonen, dass man mit ihrem Studium in vielfältigen Bereichen arbeiten kann. Zu Sandras Karriere-Highlights zählen auf alle Fälle ihre beruflichen Auslandsreisen und die Interaktion mit internationalen Kund*innen. Besonders begeistert erzählte sie von ihren Reisen nach Indien und China.

Varvara Bezhenova: Kartoffelchips oder doch Microchips?

Der Forschungsgegenstand von Varvara ist ein strahlungsresistenter Microchip © Varvara Bezhenova

Varvara Bezhenova hat Elektrotechnik an der Universität Graz studiert, wo sie 2019 ihren PhD abgeschlossen hat. Im Bereich des Analogen Chip-Designs, Mikroelektronik und Elektrotechnik hat sie über sechs Jahre Berufserfahrung. Derzeit ist Varvara bei der AT&S AG als Strategie Expertin tätig.

Was Varvara als Forschungsgegenstand zum ScienceFlash mitgebracht hat, konnten die Teilnehmer*innen gleich zu Beginn des Flashes erraten: Kartoffelchips oder doch Microchips? Richtig – es war ein strahlungsresistenter Microchip, der unter anderem auch bei Röntgengeräten im Krankenhaus zum Einsatz kommt. Zu Beginn des Flashs erzählte Varvara von ihrem Bildungsweg. Sie ist in der Ukraine aufgewachsen und hat dort ein technisches Gymnasium mit den Schwerpunkten Mathematik und Physik besucht. Ihr Lieblingsfach in der Schule war aber nicht, wie man annehmen könnte, Physik, sondern Literatur und Sprache.

PhD -Hut © Michael Fuchs, Institut für Elektrotechnik

Das Interesse für Technik war immer schon groß und Varvara begann Elektrotechnik zu studieren. 2013 kam sie durch ein Event eines internationalen Studienvereins auf die Technische Universität in Graz, wo sie ihren Master in Elektrotechnik begonnen hat. Beim Abschluss ihres PhDs bekam sie von ihren Kolleg*innen einen selbst gebastelten PhD-Hut mit einem Computertomographen, der die Versuche im Krankenhaus darstellt.

Beim Flash erzählte die Varvara von ihrem Arbeitsplatz, an dem verschiedene Computer, Messgeräte und natürlich auch viele Kabel ein wichtiger Bestandteil sind. Unbedingt notwendig an Varvaras Arbeitsplatz ist ein Dosimeter, welches die eventuell vorhandene Strahlung misst. Sie hat uns auch verraten, dass ein guter Film für Zwischendurch bei ihr nicht fehlen darf.

Das Forschungsthema von Varvara ist es, Microchips zu entwickeln, die z.B. als Kontroll- oder Speicherchip verwendet werden. Das Besondere daran ist, dass diese Chips radioaktive Strahlung aushalten können und somit gut für den Einsatz in Computertomographen, Röntgengeräten oder in Satelliten im Weltraum geeignet sind. Im Rahmen der Forschung wurde viele Experimente und Versuche im Krankenhaus durchgeführt. Viele der Teilnehmenden fragten sich natürlich, ob das nicht gefährlich sei, Versuche mit radioaktiver Strahlung zu machen. Die Expertin konnte beruhigen. Experimente mit den Microchips werden immer in einer sicheren Umgebung durchgeführt und es gibt keinen Grund zur Beunruhigung.

Ein Highlight aus Varvaras Forschungskarriere war ein Forschungsaufenthalt bei CERN, der Europäischen Organisation für Kernforschung. Dort konnte sie viele spannende Erfahrungen und Eindrücke sammeln.

Arbeitsplatz von Varvara mit vielen Kabeln und piepsenden Geräten © Varvara Bezhenova


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  • Veranstaltungen

    1. Carreer Calling: Digital Days online

      20. Oktober @ 08:00 - 21. Oktober @ 17:00