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BeSt-Talks

Das fti…remixed Speeddating fand im Rahmen der BeSt-Berufsinformationsmesse am Donnerstag, den 23. Oktober 2014, in der Messe Innsbruck statt.
Projektleitung: Maga Christa Bernert, bmvit
Konzept und Moderation: Irmgard Hitthaler und Teresa Morandini

 

Konzentrierte Stimmung beim fti...remixed Speedating
Konzentrierte Stimmung beim fti…remixed Speedating

Ganz im Sinne der Vielfältigkeit, die auf der BeSt-Berufsinformationsmesse in Hinblick auf zukünftige Berufs- und Weiterbildungschancen gezeigt werden, waren auch die teilnehmenden Forscherinnen und Forscher des fti…remixed Speeddating aus unterschiedlichsten Disziplinen. Schülerinnen und Schüler des BORG Innsbruck sowie der BHAK/BHAS Innsbruck hatten Gelegenheit, ihnen Fragen zu stellen.

 

Mit dabei waren diesmal:

 

Herr Dieplinger erklärt SchülerInnen seinen Forschungsbereich
Herr Dieplinger erklärt SchülerInnen seinen Forschungsbereich

Hans Dieplinger betreibt Grundlagenforschung bei modernen Zivilisationskrankheiten an der Sektion für Genetische Epidemiologie der Medizinischen Universität Innsbruck. Er forscht dabei nicht am Menschen sondern am Modell. Im Zentrum seiner Forschung stehen Krankheiten an denen viele Menschen weltweit leiden (z.B. Diabetes).

Herr Dieplinger untersucht mit seinen KollegInnen, welche dieser Krankheiten genetisch und welche lebensstilbedingt sind bzw. wie bestimmte Bedingungen die Krankheit beeinflussen. Ziel ist u.a. die Erforschung möglicher Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten. Das Ausbildungsprofil von Herrn Dieplinger und seinen KollegInnen ist sehr vielfältig. Manche kommen beispielsweise aus der Biologie oder der Pharmazeutik. Herr Dieplinger selbst hat Biochemie studiert.

Als Forschungsgegenstand hatte er eine Pipette mitgebracht, die beim Arbeiten im Labor zum Einsatz kommt um Flüssigkeiten zu transferieren.

 

 

Frau Krimbacher berichtet von ihren Berufserfahrungen
Frau Krimbacher berichtet von ihren Berufserfahrungen

Christina Krimbacher arbeitet in den Bereichen Architektur, Planung und Bauleitung und ist selbständige Baumeisterin bei der Firma Krimbacher. Sie beschäftigt sich in erster Linie mit Häusern, die sehr wenig Energie verbrauchen. Eine zentrale Rolle spielt hierbei die Ökologie des Hauses, sprich welche Materialien und Baustoffe zum Einsatz kommen.
Ihr Arbeitsalltag umfasst sowohl das Planen von Gebäuden sowie die Bauleitung auf der Baustelle als auch eine Reihe kaufmännischer und organisatorischer Tätigkeiten. An ihrem Tisch konnten die SchülerInnen anhand einer Temperaturmesspistole Raumtemperaturen messen.

Dieses Tool hilft Frau Krimbacher dabei, den Zustand von Gebäuden zu bestimmen und zu erkennen wo Schimmelbildung begünstigt wird.

 

 

Corinna Wallinger beim fti...remixed Speeddating
Corinna Wallinger beim fti…remixed Speeddating

Corina Wallinger hat sich lange mit Botanik beschäftigt bevor sie zur Ökologie gewechselt ist. Heute ist sie am Institut für Ökologie an der Universität Innsbruck tätig. Im Rahmen ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit Nahrungsbeziehungen zwischen Tieren und Pflanzen. Ihr Fokus liegt auf Kleinstlebewesen, wie zum Beispiel Maikäferlarven.
Maikäferlarven können große Schäden bei landwirtschaftlichen Betrieben anrichten. Um beispielsweise angebautes Obst und Gemüse zu schützen, wird mit speziellen Forschungsmethoden erforscht, was diese Kleinstlebewesen am liebsten fressen. Anhaltspunkte finden sich in Form von DNA Bausteinen in den Mägen der Kleinstlebewesen.

Als Forschungsgegenstände hat Frau Wallinger eine symbolische Käferlarve aus Stoff und eine DNA Spirale mitgebracht.

 

Bei Romed Hörmann ging es um klinisch-funktionelle Anatomie
Bei Romed Hörmann ging es um klinisch-funktionelle Anatomie

Romed Hörmann forscht im Bereich der klinisch-funktionellen Anatomie an der Medizinischen Universität Innsbruck. Im Mittelpunkt steht hierbei die Forschung am Leichnam. Herr Hörmann setzt sich unter anderem mit Operationstechniken auseinander.

Im Zuge von Operationskursen lernen Studierende und ausgebildete MedizinerInnen neue Operationstechniken und -methoden kennen und anwenden. Außerdem entwickelt Herr Hörmann mit KollegInnen neue und modifizierte operative Zugangswege.

Zum fti…remixed Speeddating brachte Herr Hörmann ein knöchernes Becken und eine schriftliche Forschungsarbeit mit.

 

 

 

 

Sonja Hirschl erlärt ihr Forschungsprojekt zum Thema Algen
Sonja Hirschl erlärt ihr Forschungsprojekt zum Thema Algen

Sonja Hirschl studierte Lebensmittel und Biotechnologie an der Universität für Bodenkultur, Wien. Heute arbeitet sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin für die Fachrichtung Umwelt-, Verfahrens- & Biotechnologie am Management Center Innsbruck (MCI).

Im Rahmen ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit Algen.

Frau Hirschl hatte zum Speeddating einen Reaktor mitgebracht. Dieser veranschaulicht wie Algen im Labor kultiviert werden und erklärt den Vorgang folgendermaßen: In ein Gefäß des Reaktors wird Trockenhefe gegeben. Diese produziert CO2, welches wiederum die Algen begast. Weiters braucht es die Zugabe von Licht damit die Algen wachsen. Was anhand des Forschungsgegenstands veranschaulicht wird, findet in aufwendigerer Form in Frau Hirschls Arbeitsalltag im Labor statt.

 

 

 

Nanokristalline Beschichtungen waren das Thema bei Doris Steinmüller-Nethl
Nanokristalline Beschichtungen waren das Thema bei Doris Steinmüller-Nethl

Doris Steinmüller-Nethl ist Physikerin und hat sich im Anschluss an ihr Studium selbstständig gemacht.

Sie war an verschiedenen Forschungsprojekten beteiligt wie z.B. bei Dialife.org und hat neben anderen Tätigkeiten die Firma DiaCoating gegründet. Ausgangspunkt war ein Verfahren, mit dem aus Methan und Wasserstoff nanokristalline Schichten hergestellt werden können.

Frau Steinmüller-Nethl weist auf die Bedeutung der Nanotechnologie in unterschiedlichsten Bereichen hin. Sie selbst arbeitet nicht nur im Bereich der Physik sondern ebenso im Bereich der Energietechnik und der Medizin. Als Beispiel nennt sie Sensoren, die sie entwickelt hat, um Krankheiten früher zu erkennen.

Frau Steinmüller-Nethl arbeitet u.a. mit ChemikerInnen, MedizinerInnen und BiologInnen zusammen. Was einst als Idee begonnen hat, findet sich mittlerweile in Form von Produkten am Markt wieder. Frau Steinmüller-Nethl verdeutlicht die Relevanz von Forschung für den Markt und damit den Alltag einer jeden Person.

Als Forschungsgegenstand hat Frau Steinmüller-Nethl nicht nur einiges an Fotomaterial mitgebracht, sondern Beschichtungen zum angreifen.

 

 

Der Weltraum war das Thema bei Gernot Grömer
Der Weltraum war das Thema bei Gernot Grömer

Gernot Grömer ist Astronom und Obmann des Österreichischen Weltraum Forums (ÖWF). In Bezug auf eine Simulation einer Marsexpedition erzählt er, dass der erste Mann, die erste Frau auf dem Mars bereits geboren ist und in etwa das Alter der anwesenden SchülerInnen hat.

Für diese Marsexpedition werden bereits jetzt Marsanzüge entwickelt. Für die Vorbereitung dieser Expedition testet Herr Grömer mit KollegInnen beispielsweise Marsanzüge in marsähnlichen Regionen auf der Erde.

Sein mitgebrachter Forschungsgegenstand war ein Teil eines Meteoriten sowie ein Mission Patch.

 

 
Nach der Vorstellung der Forscherinnen und Forscher leitete der Gong bereits die erste achtminütige Dating-Runde ein. In einer Stunde hatten die Jugendlichen die Gelegenheit, spannende Forschungsinhalte zu diskutieren und die beruflichen Werdegänge der Expertinnen und Experten kennen zu lernen. Nach sieben spannenden Runden wollten wir natürlich wissen, wie das fti…remixed Speeddating erlebt und was besprochen wurde:

SchülerInnen beim fti...remixed Speeddating
SchülerInnen beim fti…remixed Speeddating

Romed Hörmann hat in den einzelnen Runden selbst erzählt und die SchülerInnen gebeten bei Fragen einfach zu unterbrechen. Ihm war wichtig auch auf die nicht so rosigen Seiten seiner Arbeit aufmerksam zu machen. So ist beispielsweise „Ideen-haben“ eine tolle Sache, doch müssen die Dinge auch zu Papier gebracht werden. Und das fällt den einen leichter und den anderen weniger. In erster Linie haben sich die Fragen auf den Forschungsgegenstand, das knöcherne Becken, bezogen. Ansonsten haben sich die SchülerInnen für Arbeitszeiten interessiert und in welcher Sprache publiziert und geschrieben wird. Herr Hörmann freute sich über das durchwegs fachliche Interesse.

 

Auch Corinna Wallinger berichtete, dass die SchülerInnen vor allem das Thema Naturschutz interessierte. Sie fragen sie in ihrer Rolle als Ökologien/Biologin nach ihrer Meinung zu konkreten Projekten. Den Forschungsgegenstand Stoffkäferlarve bezeichnet Frau Wallinger als gut geeigneten Anknüpfungspunkt im Gespräch. Auch der mitgebrachte DNA Strang fand reges Interesse und bot einen Gesprächsimpuls, sich dem Thema DNA Bausteinen zu widmen.

 

Sonja Hirschl war in der kurzen Zeit vor allem damit beschäftigt, den SchülerInnen Wissen zum Thema Biotechnologie und molekularbiologisch veränderte Algen mitzugeben. Die SchülerInnen interessierten sich beispielsweise dafür, wie der Arbeitsalltag in einem Labor aussehe und was dort wann und wie gemacht wird.

 

Christina Krimbacher hat bemerkt, dass die Fragen der SchülerInnen jenen sehr ähnlich sind, die sie in ihrem Arbeitsalltag von Seiten der BauherrInnen gestellt bekommt. Sie schließt daraus, dass Energieeffizienz bei vielen Menschen mit ähnlichen Assoziationen verknüpft ist. So zum Beispiel Photovoltaik oder Solaranlagen. Außerdem haben sich die SchülerInnen dafür interessiert, ob es ohne HTL Abschluss Sinn macht Architektur zu studieren bzw. wie der Arbeitsalltag von Frau Krimbacher so aussieht.

 

Doris Steinmüller-Nethl hat die Gesprächsrunden stets mit dem sehr bekannten Thema der „Big Bang Theory“ begonnen. Das Thema der Physik war dabei eher sekundär. Wichtig war für Frau Steinmüller-Nethl den SchülerInnen mitzugeben, dass es wichtig ist, sich mit unterschiedlichsten Fachrichtungen auseinanderzusetzen, ohne sich unbedingt gleich festzulegen, was man machen möchte und sich frühzeitig zu informieren. Sehr positiv wird von ihrer Seite der Umstand gesehen, dass in der Ausbildung der SchülerInnen die wirtschaftliche Seite abdeckt wird. Besonders bei technischen Berufen, beispielsweise beim Leiten von Projekten oder dem Führen eines Unternehmens, ist der wirtschaftliche Aspekt von zentraler Bedeutung.

 

Eine Frage, die gleich einige Male gestellt wurde, hat Hans Dieplinger überrascht. Und zwar ob er und seine KollegInnen an Ebola forschen. Auch wenn das nicht der Fall ist, zeigt sich, welche Gedanken mit bestimmten Forschungsschwerpunkten, in diesem Fall der Forschung an modernen Zivilisationskrankheiten, assoziiert werden. Einige Fragen der SchülerInnen richteten sich auf die Zukunftsaussicht (natur-)wissenschaftlicher Ausbildungen. So wollten einige SchülerInnen wissen, ob man mit einer wissenschaftlichen Ausbildung in Österreich eine Arbeit findet. Herr Dieplinger verweist auf sehr gute Zukunftsaussichten und den bestehenden Bedarf, vor allem im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich.


Gernot Grömer
stellte fest, dass es Fragen gibt, die altersunabhängig immer wieder an ihn gerichtet werden. Das spannende am Format des Speeddatings sieht er in der Möglichkeit in ein Thema reinzurutschen, auch wenn es nur für einige Minuten ist. Herr Grömer forderte die SchülerInnen dazu auf, sich auf Webseiten zu informieren, die Chance für Praktika zu nutzen und sich selbst ein Bild zu machen. Das ist wichtige Grundlage, um eine Berufsentscheidung zu treffen. Er betonte die Wichtigkeit über den Horizont hinaus zu blicken sowie von „kultivierter Neugierde“ als Voraussetzungen für jegliche Art der wissenschaftlichen Karriere.

Nach dem Gong wechseln die SchülerInnen den Tisch und lernen neue ForscherInnen kennen
Nach dem Gong wechseln die SchülerInnen den Tisch und lernen neue ForscherInnen kennen

 

Viele der anwesenden SchülerInnen wissen derzeit noch nicht mit Gewissheit, was sie später einmal machen werden. Das Speeddating lieferte hier eine wichtige Grundlage, da man „verschiedene Fachgebiete und unterschiedliche Perspektiven kennenlernt“, so eine Schülerin.

Während ein Teil der SchülerInnen lieber Fragen stellte, gab es einige, die lieber zuhörten. Aber auch dabei erfuhren die SchülerInnen Neues. Eine Schülerin beschreibt das fti…remixed Speeddating als „gute Hilfe, weil man Erfahrungen macht, die einem später dabei helfen sich zu entscheiden, was man machen will.“

Die Erwartungen an das fti…remixed Speeddating, etwas Neues kennen zu lernen und neue Studienrichtungen zu entdecken, wurde voll und ganz erfüllt. Dies bezieht sich sowohl auf die Inhalte als auch auf die Personen der ForscherInnen selbst. Es wurden sehr interessante Projekte vorgestellt, „von denen man sonst noch nie etwas gehört hatte.“ Außerdem fanden es die SchülerInnen toll etwas über die ForscherInnen selbst erfahren zu können, darüber was für sie wichtig ist und wie sie ihre persönlichen Ziele erreichen können“.

Das Speeddating bot die Gelegenheit diverse Fachgebiete kennen zu lernen. Eine Schülerin meinte, sie habe sich bis dato nicht besonders für Naturwissenschaften interessiert, verstehe nun aber, weshalb Andere davon schwärmen. Für die ForscherInnen selbst war es wichtig, den SchülerInnen einen Einblick in das eigene Forschungsfeld zu geben und die Frage zu fördern: „Wäre das nicht etwas, was mich interessieren könnte?“

Die Fülle an unterschiedlichen Adjektiven zeigt die Vielfältigkeit des fti…remixed Speeddating für die einzelnen TeilnehmerInnen: Spannend, stressig, unterhaltsam, vielfältig, abwechslungsreich und vor allem informativ!

 


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