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Speeddating “Technolution Talks – Frauen in der Technik”

Das fti…remixed Speeddating beim Technolution Herbstkongress 2013 im Technischen Museum Wien zum Schwerpunkt “Frauen in der Technik”.

Technolution Talks: fti…remixed Speeddating im Technischen Museum Wien

Am 18. Oktober 2013 fand im Rahmen des Technolution Herbstkongresses 2013 ein besonders fti…remixed Speeddating statt – der Schwerpunkt des Kongresses war „Frauen in der Technik“. Ziel des Kongresses und unseres Speeddatings war es, Jugendliche für das Thema „Frauen in der Technik“ zu interessieren und darüber hinaus das Bewusstsein zu schaffen, dass Frauen im technischen und naturwissenschaftlichen Bereich selbstverständlich sind. Die Schülerinnen und Schüler zweier Klassen der HTL Villach, Informationstechnologie und Netzwerktechnik, hatten in den einzelnen Speeddating-Runden dabei die Möglichkeit, Forscherinnen und Technikerinnen kennen zu lernen und konnten ihnen viele unterschiedliche Fragen stellen.

Folgende Forscherinnen/Expertinnen stellten sich den Fragen der Jugendlichen:

  • Daniela Augustin, BSc.
    Forschungsthema: Verkehrsmanagement
    ASFINAG Service GmbH
  • Dipl.-Ing. (FH) Janina Gospodarek
    Forschungsthema: Human Computer Interaction
    Forschungszentrum Telekommunikation Wien
  • Katja Haslinger, BSc.
    Forschungsthema: Biomaterials & Biomechanics
    Austrian Institute of Technology – Health & Environment Department
  • Dr. Barbara Imhof
    Forschungsthema: Bionik, Raumfahrt, Robotik und Architektur
    LIQUIFER System Group
  • Steffi Lienert, MSc.
    Forschungsthema: Umweltmanagement
    OMV Aktiengesellschaft
  • Ing. Cecilia Perroni
    Forschungsthema: Mobile Roboter
    FH Technikum Wien

Zu Beginn der „Technolution Talks“ wurden die 48 Schülerinnen und Schüler der HTL Villach von den ModeratorInnen Gert Domenig und Kirsten Förster (Büro PlanSinn) begrüßt und Frau Christa Bernert vom bmvit stellte kurz die Initiative fti…remixed vor. Anschließend hatten die Forscherinnen die Gelegenheit, in Kurzinterviews erste Einblicke in ihre verschiedenen Forschungsbereiche zu geben.

Frau Christa Bernert mit der Vorstellung der fti…remixed Initiative.

Das erste Kurzinterview wurde mit Daniela Augustin geführt, einer Verkehrstechnikerin bei der ASFINAG GmbH, die mit ihrer Arbeit unter anderem auch zu der Sicherheit vieler Autofahrerinnen und Autofahrer beitragen kann: „Mein mitgebrachter Forschungsgegenstand hat mit Verkehrssicherheit zu tun und wird entlang der Autobahn installiert, um die Windgeschwindigkeiten zu messen. So können wir dann AutofahrerInnen vor starkem Wind warnen.“

Janina Gospodarek erklärt ihre Arbeit.

Am Nebentisch saß Janina Gospodarek und auch sie stellte sich und ihre Arbeit als Test Assistant for User-Centric Quality Assessment vor: „Grundsätzlich geht es um die Benutzbarkeit von Software und darum, wie Leute mit Applikationen im Multimediabereich umgehen.“

Katja Haslinger, Biomedizintechnikerin beim AIT, erklärte was die Aufgaben in ihrem Forschungsbereich sind: „Wir erforschen Implantate, die sich mit der Zeit selber im Körper auflösen sollen. Diese bestehen aus Metallen und können trotzdem vom Köper selbst abgebaut werden. Vielleicht kennen Sie schon die Nähte, die sich nach einer Zeit selber abbauen?! … genau das Selbe wollen wir auch mit Metallen erreichen.“

Barbara Imhof stellt sich vor.

 

Die Weltraumarchitektin Barbara Imhof: „Wir planen und entwickeln Habitate für den Weltraum, für die Schwerelosigkeit, für den Mond und für den Mars. Stellvertretend für die Prototypen die wir bauen, habe ich verschiedene Postkarten mitgebracht.“

Steffi Lienert, Expert on Waste, Water & Environmental Reporting bei der OMV wurde gleich von Gert Domenig auf ihr kleines Mitbringsel, einen Minimistkübel, angesprochen: „Ich bin bei der OMV, einem Wirtschaftsunternehmen, und da fällt natürlich auch Abfall an – nicht nur, aber immer wieder ist das ein Thema – und ich möchte heute erzählen, was die OMV im Umweltbereich alles macht.“

Am Speeddating-Tisch Nummer 6 saß Cecilia Perroni. Sie beschäftigt sich mit mobilen Robotern, die „hauptsächlich für Studium, Forschung und Entwicklung eingesetzt werden. Unter anderem arbeiten wir auch beispielsweise mit Feuerrobotern, die in gefährlichen Situationen zum Einsatz kommen.“

Die Schülerinnen und Schüler der HTL Villach warten gespannt auf den Gong, der die erste Speeddating-Runde eröffnet.

Die kompakte Vorstellrunde der Forscherinnen konnte das Überthema „Frauen in der Technik“ gut wiedergeben und zeigte auch hier schon die Vielfältigkeit technischer Berufe. Einen interessanten Kontrast zum Thema boten die vielen Burschen der teilnehmenden Schulklassen der HTL Villach, die sich durchaus für den Schwerpunkt „Frauen und Technik“ interessierten und sich darauf freuten, mit den Forscherinnen über ihre spannenden Arbeitsbereiche zu sprechen.

… was macht eine Biomedizintechnikerin? Und wie ist die Arbeit als Weltraumarchitektin? Welche Aufgaben hat eine Verkehrsmanagerin, wenn es einen Unfall auf der Autobahn gibt? Was hat die kleine Mülltonne mit der OMV zu tun? Und was kann dieser Roboter, der da auf dem Tisch von Cecilia Perroni steht? …

Viele dieser Fragen wurden in den 7×8 Minuten-Dating-Runden geklärt.

Doch bevor es los ging, wurde der allgemeine Ablauf und die drei goldenen Regeln des Speeddatings von Kirsten Förster erklärt.

1) fragt, was ihr wirklich wissen wollt,
2) hört zu, was der/die vor euch gefragt hat und
3) haltet euch kurz

Mit einem Gong wurde dann das fti…remixed Speeddating „Technolution Talks“ eröffnet. Ab nun hatten die Jugendlichen je Runde 8 Minuten Zeit, um den Forscherinnen ihre Fragen zu stellen.

Anfangs waren die SchülerInnen noch zögerlich, doch für solche Situationen waren die Forscherinnen vorbereitet und hatten passend zu ihrem Arbeitsbereich einen „Forschungsgegenstand“ mit dabei. Die unterschiedlichen Mitbringsel der Forscherinnen sollten ihren Arbeitsbereich symbolisch darstellen und eben auch als Einstieg in die verschiedenen Forschungsgebiete für die Schülerinnen und Schüler dienen.

Cecilia Perroni und ihre mobilen Roboter.

Die ersten 8 Minuten vergingen wie im Flug, die erste Runde wurde mit dem Gong beendet und die Tische gewechselt. Schnell wurde deutlich, dass die unterschiedlichsten Themen angesprochen wurden: Von den täglichen Arbeitsaufgaben der Forscherinnen über deren persönlichen Werdegang bis hin zu Fragen über ihre Motivation, diesen Berufsweg zu wählen und auszuüben. Die Forscherinnen waren sehr offen und bemüht, den Wissensdurst der SchülerInnen zu stillen und die Freude über deren Neugierde war groß.

Die Biomedizintechnikerin Katja Haslinger mit ihren Forschungsgegenständen.

 

 

 

 

Um die vielen Informationen der 6 Dating-Runden auch etwas zu verarbeiten, gab es in der Mitte einen Pausentisch. Hier konnten die Jugendlichen die 8 Minuten zum Entspannen nutzen, sich mit Getränken und Snacks versorgen und dann gestärkt in die nächste Runde, zur nächsten Forscherin, gehen.

 

Die Datingrunde von Daniela Augustin.

 

Nach ca. einer Stunde wurde dann die letzte Speeddating-Runde beendet. Danach gab es noch eine kurze Feedback-Interview-Runde, bei der die SchülerInnen und Forscherinnen die Möglichkeit hatten, ihre Eindrücke zu schildern …

Auf die Frage, welche Eindrücke die SchülerInnen denn mit nach Hause nehmen würden und wie es Ihnen gefallen hat, kam oft die selbe Antwort, dass „es sehr interessant ist, zu sehen, welche verschiedenen Berufsfelder es denn gibt und in welche Richtung man sich nach der Schule auch orientieren kann“. Besonders das Thema „Biomedizin“ und „Verkehrsmanagement“ wurde von den SchülerInnen als sehr interessant beschrieben. Ein Schüler war besonders von der Biomedizin begeistert „vor allem wegen der Vorstellung, dass man Heilungsprozesse verbessern kann“.

Die Weltraum-Postkarten von Barbara Imhof.

Die Forscherinnen waren von den sehr unterschiedlichen Fragen und Interessen der Schüler und SchülerInnen begeistert. Frau Imhof meinte, dass sie „immer wieder überrascht sei, welche Fragen gestellt werden, z.B. woher die Luft kommt, die man dann auf dem Mond oder dem Mars braucht oder auch die Überlegung, dass der Weltraum so unvorstellbar groß ist und wie das in Verbindung mit dem Thema Religion steht“.

Auch der Werdegang eines Produktes, wie das eines Implantates, war für viele spannend. Frau Haslinger meinte, dass „die Schüler auch wissen wollten, wie man von einer Idee zu dem fertigen Produkt kommt – auch in der Anwendung – wie lange es braucht, bis ein Produkt wirklich im menschlichen Körper verwendet werden kann“.

Die Minimülltonne als symbollischer Gegenstand für die Arbeit von Frau Lienert.

Frau Lienert wiederum wurde oft gefragt, „warum sie nicht bei Greenpeace oder einer ähnlichen Organisation arbeite“ und brachte noch einmal zum Ausdruck, dass es ihr eine Herzensangelegenheit ist, den Jugendlichen einen „guten Einblick und Überblick in die weitreichende Arbeitswelt des Umweltbereichs“ zu vermitteln.

Frau Augustin hat den Jugendlichen noch einen wertvollen Tipp mitgegeben. „Macht das, was euch wirklich Freude bereitet und verfolgt nicht nur eine Schiene, weil ihr das Gefühl habt, dass ihr das machen müsst. Folgt euren Interessen, euren Freuden dann habt ihr auch Spaß in eurer Arbeit und sicherlich den meisten Erfolg.“

 

 

Um mit den Worten eines Schülers den Bericht zu schließen: „Ich bedanke mich bei allen Frauen/Forscherinnen, die sich die Zeit genommen haben, um mit uns über die spannenden Forschungsbereiche zu sprechen. Dankeschön!“

Gute Stimmung bei den Speeddating-Runden. Nicht nur Janina Gospodarek hatte Freude am Interesse der SchülerInnen.

 

 

 


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