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Praktikumsbericht von Franziska

Franziska an ihrem Arbeitsplatz an der Uni Klagenfurt

Franziska hat im Sommer ein Praktikum am Institut für Statistik an der Uni Klagenfurt gemacht. Wie es ihr dabei ergangen ist und was sie dort so getan hat, könnt ihr in ihrem Bericht lesen. Natürlich hat sie für das Praktikum jede Menge Punkte für ihren Forschungspass gesammelt und führt die Bestenliste an. Nochmals Gratulation zum zweiten Platz der zweiten Etappe, liebe Franziska!! (Der Preis war eine Digitalkamera!)

Übrigens: Die Forschungsförderungsgesellschaft fördert jedes Jahr Praktika aus dem Bereich Naturwissenschaften und Technik. Interessierte Schüler/innen können sich auf der Praktikabörse der FFG unter http://www.ffg.at/schuelerpraktika bewerben.

 

Praktikum am Institut für Statistik an der Universität Klagenfurt

Im Juli 2012 habe ich eine Stelle am Institut für Statistik an der Universität Klagenfurt bekommen. Nachdem uns unser engagierter Betreuer Ass.-Prof Dr. Albrecht Gebhardt die Uni gezeigt und uns in unsere Aufgaben eingeführt hatte, ging es los mit dem Erlernen der Statistiksoftware R, die wir für das Programmieren unseres Temperatur- und Musikgenerators brauchten.

Die Betreuung:
Ass.-Prof Dr. Gebhardt zeigte uns jeden Tag für mind. 2-3h etwas Neues beim Programmieren oder half uns, wenn wir nicht mehr weiter wussten. In der restlichen Zeit war außerdem meist ein Student da, der uns ebenfalls bei Problemen unterstützte.

Unsere Aufgaben:
Das Ziel unseres Praktikums war das Programmieren eines Temperatur- und eines Musikgenerators, aufbauend auf die Arbeit der Praktikanten vom Vorjahr. So erweiterten wir das angefangene R package mcksim um einige Funktionen und Datensätze.

Zunächst mussten wir die verschiedenen Datensätze in diskrete Markowketten umcodieren. (- Markowketten beschreiben zufällige Übergänge von Zuständen, wobei der aktuelle Zustand nur vom letzten oder zumindest endlich vielen Vorgängerzuständen abhängt.) Daraufhin ging es an das Durchführen von eigenen Simulationen.

Musikgenerator:
In einem sinnvollen Musikstück kommen die Noten in einer bestimmten Reihenfolge vor. Je nach Musikstück folgt zum Beispiel nach der Note c mit höherer Wahrscheinlichkeit ein g als ein a. Wir haben zunächst die Übergangswahrscheinlichkeiten der einzelnen Noten berechnet und diese bedingten Wahrscheinlichkeiten dann zum Simulieren von weiteren Noten verwendet. Bei Markowketten 1. Ordnung ist die jeweils letzte Note ausschlaggebend für die neue Note, bei Markowketten 5. Ordnung wird auf die jeweils letzten fünf Noten zugegriffen, um daraus die nächste neue Note zu simulieren.

Unser Musikgenerator funktioniert mittlerweile einwandfrei. Insgesamt haben wir acht verschiedene Lieder vorbereitet. Bei der Bagatelle von Beethoven lässt sich beim simulierten Musikstück der 5. Ordnung bereits das Thema wieder erkennen.

Die Kinderlieder hören sich ab der 3. Ordnung fast schon wieder wie das Original an. Wir haben eine Internetseite mit unseren Liedern erstellt, wo Interessierte selbst neue Musikstücke simulieren können. Link: http://www.stat.aau.at/R-MusikSampler/

Wettersimulator:
Auch der Wettersimulator funktioniert. Leider konnten wir nur Wetterdaten aus Deutschland verwenden. Außerdem können wir nur die Höchsttemperaturen vorhersagen. Spannend ist allerdings, dass beim Bilden von Mittelwerten von mehreren Simulationsläufen Sommer und Winter von einigen kommenden Jahren erkennbar sind. Der Link dazu lautet: http://www.stat.aau.at/R-WeatherSimulator/

Resümee:
Ich habe nicht gedacht, dass ich in so kurzer Zeit – natürlich mit Unterstützung unseres sehr engagierten Betreuers – meine eigenen Programme schreiben kann.

Das Praktikum hat sich auf alle Fälle sehr gelohnt. Ich habe die Grundlagen der Statistiksoftware R erlernt, kann mit etwas Unterstützung selbst kleine Programme in R schreiben und erfuhr viel Neues bzgl. Statistik. Außerdem wurde ich in meiner Entscheidung gestärkt, nach der Matura ein Studium im Bereich der Mathematik zu beginnen.

Ich kann allen anderen Schüler/innen nur weiterempfehlen, sich nächsten Sommer selbst für ein spannendes Praktikum der FFG zu bewerben.

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Oktober 6th, 2012

Posted In: Berufsbilder, Forschungspass, Informationstechnologien, Praktika & Jobs, Sommerpraktika, Themen

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