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Lärm Störungen durch Verkehr & Co

In Österreich ist der Verkehrmit Abstand der größte Lärm-Verursacher. Rund drei Viertel der ÖsterreicherInnen, die sich durch Lärm belästigt fühlen, nennen den Verkehr als Grund des Lärms. PKW und LKW produzieren Lärm durch den Beschleunigung und die daher erfolgende Reibung der Reifen auf dem Aspahlt. In der Stadt wird dieser Lärm von Gebäuden reflektiert, aber auch in den alpinen Gebieten verstärken die Berge den Schall. Aber auch Lautes Hupen, laute Autoradios, unnützes Hin- und Herfahren, Laufen lassen von Motoren und Geschwindigkeitsüberschreitungen tragen zur Unruhestiftung bei.
Obwohl nur ein Drittel aller ÖsterreichInnen behauptet, überhaupt von Lärm gestört zu sein, muss man anmerken, dass ständige Geräusche bewusst ausgeblendet werden können, trotzdem werden sie unterbewusst wahrgenommen und können krank machen!
Schwerhörigkeit ist nur eine der durch schädlichen Schall verursachten Krankheiten – immer intensiver werden die Auswirkungen auf den gesamten Organismus erforscht.
Beginnen wir mit etwas Typischem und Weit bekanntem- Tinnitus. 30 Prozent aller Tinnitus-Fälle sind durch Lärm verursacht. Dabei leidet man an einem immer währenden Rauschen oder Pfeifen im Ohr. So wird das Gehirn in die Irre geführt – es glaubt, ein Geräusch zu hören. Wie es genau entsteht , ist allerdings noch nicht genau erforscht.
Weiters verengen sich die Blutgefässe unter Lärmstress. Sie altern schneller und die Gefahr von Arterienverkalkung steigt.
Außerdem weist der Körper eine Flucht- bzw. Kampfreaktion auf, da bei hoher Belastung mit über 90 Dezibel bei wachen Personen vermehrt Adrenalin und Noradrenalin ausgeschüttet wird- der Körper setzt Energiereserven frei.
Bei Menschen unter Lärmstreß kann auch eine veränderte Anspannung der Muskeln beobachtet werden.
Auch die inneren Gedärme reagieren auf zu viel Lärm und dem daraus folgenden Stress. Unter Lärm reduzieren und Darm ihre Aktivität. Vermehrte Ausschüttung von Magensaft ist möglich und das Risiko, an Magengeschwüren zu erkranken, steigt.
Die Nebennieren schütten ebenfalls die Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin oder Cortis aus. Dies erfolgt durch den Lärmreiz, der über die Ohren in das Gehirn Signale aussendet.

Weiters ist unser wohl wichtigstes Organ, das Herz betroffen. Die Herzschlagfreqenz verändert sich unter Lärmstress – sie sinkt oder steigt. Bei Dauerbelastungen bildet der Herzmuskel verstärkt Bindegewebe. Insgesamt steigt das Risiko für Herzinfarkt und andere Herz-Kreislauf-Krankheiten.

Was kann nun jeder Einzelne von uns dagegen tun?

Allein das alltägliche, persönliche Verhalten kann dazu beitragen, Lärm zu vermeiden oder zu verringern, z. B. im Straßenverkehr:
Lärmarm fahren – langsamer fahren Unnötige
Beschleunigungsvorgänge vermeiden
Fahrzeugtüren möglichst leise schließen
Kurze Wegstrecken mit dem Rad oder zu Fuß zurücklegen
Auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen
Unnötige Autofahrten vermeiden
Sogar mit dem Kauf von regionalen Produkten, kann man etwas beitragen, da lange Transportwege und damit auch Lärm vermieden werden.

Beim Verlassen von Lokalen zu später Stunde sollte Rücksicht genommen und Lärm vermieden werden. Die Toleranzgrenze steigt, wenn bei Festen und Partys die Nachbarn vorher informiert sind. Zimmerlautstärke bei Fernseher und Radio schont das eigene Gehör und die Nachbarn

Aber auch der Kauf von “leisen” Haushaltsgeräten kann einen großen Beitrag zur individuellen Lärmvermeidung leisten. Je leiser ein Mixer, ein Staubsauger, ein Geschirrspüler oder ein Rasenmäher ist, desto angenehmer ist seine Verwendung für die persönliche Umwelt. Selbst durch die richtige Aufstellung der Geräte kann unnötiger Lärm vermieden werden.

Gegen Lärm und Stress helfen aber selbstverständlich auch Sport und ausgiebige Spaziergänge oder Wanderungen, denn in der Natur kann man immer super auftanken!

Man sieht also, Verringerung von Lärm ist gar nicht so schwer- also hör' genauer hin- heute schon mal Stille erlebt?

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