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Forschung hautnah erleben

Am Freitag, den 24. November 2017 fand eine fti…remixed Dialogveranstaltung in Form eines Speeddatings im Rahmen der BeSt Salzburg – Die Messe für Beruf, Studium und Weiterbildung im Arena City Hotel statt. Schülerinnen und Schüler des Christian-Doppler Gymnasiums und des Werkschulheims Felbertal hatten die Möglichkeit, 7  Expertinnen und Experten kennen zu lernen und sie über ihren Berufsweg und Arbeitsalltag zu befragen.

Projektleitung: Christa Bernert, Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit)

Konzept und Moderation: Carina Krausler und Johannes Brossmann, PlanSinn Planung und Kommunikation GmbH

SchülerInnen beim fti…remixed Speeddating im Rahmen der BeSt Salzburg

Folgende Expertinnen und Experten haben beim Speeddating mitgemacht:

 

Drohnen in der Forschung!

Sebastian d’Oleire-Oltmanns brachte als Forschungsgegenstand eine Drohne mit

Sebastian d’Oleire-Oltmanns hat Landschafts- und Umweltplanung an der Technischen Universität Berlin studiert und an der Goethe Universität Frankfurt in Geoinformatik promoviert. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Geoinformatik – Z_GIS  an der Universität Salzburg.

Als Forschungsgegenstand brachte er eine Drohne mit

Drohnen sind nicht nur zum Spielen da, auch die Forschung hat sie für sich ent­deckt. Sebastian d’Oleire-Oltmanns hat als Forschungsgegenstand eines dieser Flugobjekte mitgebracht. Mit Hilfe dieser können Bilder für unterschiedlichste Arbeitsbereiche aufgenommen werden. Einerseits können so mit Momentaufnahmen Kartierungen gemacht werden. Andererseits ist auch die Berechnung eines dreidimensionalen Bildes möglich. Dabei fliegt die Drohne in derselben Höhe über eine Fläche und macht Bilder. Dies wird noch einmal in einer anderen Entfernung gemacht. Durch die beiden Bilder in unterschiedlicher Entfernung vom Boden kann ein 3D Bild erstellt werden. Auch in der Landwirtschaft kommen diese Drohnen zum Einsatz. Dabei wird ein Feld fotografiert. Der Landwirt sieht dann wo zum Beispiel der Mais niedriger ist. Dort gibt es Bedarf zu düngen. So kann er gezielt den einzelnen Bereich mit Dünger versorgen und muss diesen nicht auf dem gesamten Feld ausbringen. Durch diesen geringeren Einsatz von Düngemitteln kann ein Beitrag zum Umweltschutz geleistet werden.

 

Was haben Chips mit Skifahren zu tun?

Thomas Grasmann begeisterte mit seiner langjährigen Erfahrung in der Entwicklung

Thomas Grasmann hat die Höhere Technische Bundeslehr- und Versuchsanstalt in Salzburg im Fachbereich Elektrotechnik besucht. Er ist seit 34 Jahren bei der Firma SKIDATA AG und ebenso lange in der Entwicklung tätig. Momentan liegt ein Schwerpunkt seiner Arbeit in der Entwicklung von berührungslosen Zutrittssystemen. Dafür werden extrem kleine Chips in die Skikarten eingeschweißt, die beim Zutritt zum Lift von einem Computer ohne Berührung gelesen werden.

Thomas Grasmann erklärte, dass die Betreiber der Schigebiete sich nicht nur für den berührungslosen Zutritt zu den Schiliften interessieren. Mit der Zutrittsberechtigung wird auch jedes Mal abgefragt, mit welchem Lift die Person wie oft fährt. So kann festgestellt werden welche Pisten am beliebtesten sind. Auch können Rückschlüsse in der Pistennutzung auf die Altersgruppen Kinder, Jugendliche und Erwachsene gewonnen werden. Damit all das funktioniert, entwickelt der Experte mit seinem Team immer wieder neue Lösungen. Auf Nachfrage eines Schülers erzählte Herr Grasmann aber auch, dass das Testen dieser neuen technischen Systeme oft noch länger dauert als das Entwickeln selbst. Zudem sind solche Tests sehr aufwendig.

 

Mit einer App lernen richtig zu trainieren?

Eva Lugstein erklärte die möglichen Anwendungen eines digitalen Körpermodells

Eva Lugstein studiert Informatik an der Universität Salzburg und ist als studentische Mitarbeiterin bei der Salzburg Research Forschungsgesellschaft m.b.H. tätig. Im Rahmen dieser Tätigkeit forscht sie gerade für ihre Masterarbeit, in der es um die Entwicklung eines Körpermodells geht. Dieses digitale Modell soll die Bewegungen des menschlichen Körpers widerspiegeln und verstehen. Konkret geht es darum, dass am Körper befestigte Sensoren Informationen zu ausgeführten Bewegungen an ein Smartphone übertragen. Auf dem Smartphone soll dann eine App die Daten analysieren, und mit dem digitalen Körpermodell abgleichen. So eine Anwendung könnte in den Bereichen Fitness und Rehabilitation angewendet werden, um den NutzerInnen Feedback zu ihren Bewegungen zu geben. So könnten Menschen z.B. nach einer Verletzung lernen, muskelstärkende Übungen richtig auszuführen. Oder SportlerInnen könnten beim Training Rückmeldungen erhalten, ob sie ihren Körper optimal bewegen.

 

Was hat Fifa18 mit der Körperhaltung zu tun?

Wolfgang Kremser beschäftigt sich mit Technologien, die auch bei Computerspielen zum Einsatz

Wolfgang Kremser studierte Angewandte Informatik an der Universität Salzburg und macht gerade das Masterstudium Data Science. Derzeit arbeitet er bei der Salzburg Research Forschungsgesellschaft m.b.H., wo er als Junior Researcher tätig ist.

Ein Bewegungssensor überträgt Daten an ein Smartphone

Wolfgang Kremser hat sich in den letzten Jahren viel mit Mobilität im Bereich der Verkehrstechnik beschäftigt. Sein Forschungsschwerpunkt liegt jetzt in einer anderen Form von Mobilität – der menschlichen Mobilität. Als Forschungsgegenstand hatte er einen Sensor und eine Android-App mit. Dieser Sensor misst an der x-Achse die Bewegung und die Beschleunigung und kann auch seine Drehgeschwindigkeit per Bluetooth an die Android-App schicken. Diese stellt die Lage des Sensors in einem virtuellen Raum nach. Wenn man mehrere Sensoren hat und die Lage zueinander weiß, kann man den Winkel zwischen ihnen berechnen. So erkennt zum Beispiel eine App ob eine Person eine falsche Körperhaltung einnimmt. Die App kann dann eine Information an die betreffende Person schicken, damit diese die Haltung korrigiert. Diese Technologie soll vor allem im Bereich der Rehabiitation eingesetzt werden.

 

Können Häuser in Zukunft intelligente Stromnutzer werden? Ja!

Judith Schwarzer präsentierte ein Modell eines „Smart Homes“

Judith Schwarzer hat Diplomphysik an der TU Darmstadt und Sport auf Lehramt an der Deutschen Sporthochschule Köln studiert, arbeitet aber jetzt in einem ganz anderen Bereich: als Assistenzprofessorin am Studiengang Informationstechnik und Systemmanagement an der Fachhochschule (FH) Salzburg. Dort forscht und lehrt sie zum Thema „Smart Homes“ und „Smart Grids“. Bei beiden geht es um den intelligenten Umgang mit Strom, also wie die Nutzung im Haushalt und die Übertragung in Stromnetzen verbessert werden kann.

Als Forschungsgegenstand brachte Frau Schwarzer ein Modell eines „Smart Homes“ mit. An diesem erklärte sie, um was es sich bei dem Konzept konkret handelt. In einem Haus könnte zum Beispiel mit einer Solaranlage am Dach Strom produziert werden. Gleichzeitig gibt es zahlreiche Geräte, die Strom verbrauchen – Waschmaschine, Geschirrspüler oder elektronische Kochherde, und in Zukunft vermehrt auch Elektroautos. Nun stellt sich die Frage, wann die Solaranlage am meisten Strom produziert und wann welches Gerät am sinnvollsten genutzt bzw. geladen werden könnte? In einem „Smart Home“ werden solche Entscheidungen unter Einbeziehung von IT (Informationstechnologien) getroffen. Diese beziehen nicht nur das Geschehen im Haus selbst, sondern auch im weiteren Stromnetz mit ein, also ob z.B. gerade viel oder wenig Strom verfügbar ist.

Um den produzierten Storm, vor allem von erneuerbaren Energiequellen wie Windkraft und Solaranlagen effizienter zu nutzen, benötigt es „Smart Grids“ – intelligente Stromnetze. Frau Schwarzer erklärte, dass diese Netze mit Hilfe von IT und Internet aufgebaut werden, um Stromproduktion und -verbrauch möglichst sinnvoll abzustimmen.

 

Wie interagieren Menschen und Maschinen?

Thomas Meneweger erzählte von den Herausforderungen automatisierter Systeme

Thomas Meneweger hat Soziologie an der Universität Salzburg studiert. Über ein Projekt ist er zum Center for Human-Computer Interaction der  Universität Salzburg gekommen. An diesem Zentrum arbeiten WissenschaftlerInnen und ForscherInnen aus verschiedenen Fachrichtungen zusammen. Sie beschäftigen sich damit, wie Menschen und Maschinen interagieren.

Thomas beschäftigt sich speziell mit der Frage, wie Menschen und automatisierte Systeme in der Produktion zusammen arbeiten. Als Beispiel erzählte er von einer Fabrik, wo automatisierte Gabelstapler (also ohne Fahrer, gesteuert von einem Computer) unterwegs sind. Er erklärte den SchülerInnen, dass solche Systeme sehr komplex sind, vor allem wenn Fehler auftreten und gelöst werden müssen. Das Wartungspersonal ist also sehr gefordert, weil oft die Probleme ganz woanders liegen als vermutet.

Als das Thema zu selbstfahrenden Fahrzeugen schwenkte, warf eine Schülerin eine spannende Frage ein: Ob solche automatisierten Systeme (z.B. selbstfahrende Autos) nicht problematisch wären aus ethischer Sicht? Thomas stimmte zu, und erklärte, dass es an der Schnittstelle von Mensch und Maschine immer um die Fragen der Kontrolle und Verantwortung gehe.

 

Teststreifen in der Entwicklung

Susanne Schaller erzählte, wie die Entwicklung von Teststreifen funktioniert

Susanne Schaller hat zwei ihrer liebsten Schulfächer – Biologie und Informatik – im Bioinformatikstudium an der FH Oberösterreich, Campus Hagenberg, kombiniert. Das Masterstudium hat sie im Bereich Biomedizinische Informatik absolviert. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fachhochschule Oberösterreich, Campus Hagenberg.

Die Forscherin erklärte das Thema an symbolischen Indikatorstreifen

Susanne Schaller ist gerade an der Entwicklung von Indikatorstreifen beteiligt, mit deren Hilfe Zucker im Harn nachgewiesen werden kann. Um Zucker im menschlichen Körper nachweisen zu können wird hauptsächlich Blut verwendet, dies bedeutet aber auch sich selbst stechen zu müssen. Der Indikatorstreifen soll es ermöglichen Zucker im Harn feststellen zu können. Damit kann jede und jeder selbst sehr einfach feststellen, ob Zucker im Harn ist. Wenn der Test positiv ist, wäre ein Besuch beim Hausarzt ratsam, der dann weiter abklären kann warum Zucker im Harn nachgewiesen wurde. So kann früh erkannt werden, ob jemand an bestimmten Krankheiten erkrankt ist z.B.: an Diabetes. Besonders spannend findet Susanne Schaller die Entwicklung einer einzigartigen Enzymlösung, welche auf den Papierstreifen aufgetragen wird. In dieser Lösung sind diverse Chemikalien, die mit dem Zucker eine Reaktion eingehen und sich dann umfärben. Dieser Farbumschlag wird am Teststreifen sichtbar und gibt Auskunft darüber ob Zucker im Harn ist. Auch eine Besonderheit ist, dass der Indikatorstreifen nur aus Papier bestehen soll. Damit ist er umweltfreundlich und kann nachhaltig produziert werden.

 

Feedback der Jugendlichen

Die Jugendlichen notierten ihre Highlights als Reflexion des Speeddatings

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November 29th, 2017

Posted In: Berufsbilder, Erneuerbare Energien, Frauen in der Forschung, Informationstechnologien, Schule, Themen, Veranstaltungen

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