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Show me the science – ein fti-Speeddating im Rahmen der Ars Electronica

Am 1. Oktober 2012 fand in Linz im Rahmen von fti…remixed ein weiteres Speeddating zu Forschungsthemen namens Show me the science statt. Austragungsort des Show me the science war der Sky Loft des Ars Electronica Centers im Herzen der Stadt. Die tolle Aussicht über die Dächer von Linz verlieh dem Speeddating eine ganz besondere Stimmung. 40 SchülerInnen des Akademischen Gymnasiums Linz kamen in Begleitung der Direktorin der Schule, Frau Maga Erika Hödl und ihrem Physikprofessor Mag. Rudolf Uhlmann. Sie hatten zwei Stunden lang die Gelegenheit, mit ForscherInnen/ExpertInnen aus verschiedenen Bereichen – von Mensch-Roboter Interaktionen, über Bioinformatik, Open Source Cloud Computing und Photovoltaik bis hin zu Umwelttechnik – in Dialog zu treten.
Den Fragen der SchülerInnen stellten sich diesmal folgende ForscherInnen/ExpertInnen:

Martina Mara mit einem androiden Robotermodell

Maga Martina Mara (Forschungsthema: Human-Computer Interaction (HCI) und Persuasive Technology, Key researcher am Ars Electronica Future Lab und Smart City Linz, www.aec.at/futurelab/de), Katrin Engl, MSc (Forschungsthema: 3D-Rekonstruktion von Oberflächen mit Hilfe optischer Systeme, Sensors and Communication, Linz Center of Mechatronics – LCM, www.lcm.at), Iris Leitner, BSc (Forschungsthema: Bioinformatik, Software-Entwicklerin bei RISC Software GmbH, www.risc-software.at), Dipl.Ing Clemens Grünsteidl (Forschungsthema: Zerstörungsfreie Werkstoffprüfung via Laserultraschall, Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei RECENDT GmbH, Research center for non destructive testing, www.recendt.at), DIin Stefanie Schlager (Forschungsthema: Photovoltaik, Institut für Organische Solarzellen, Johannes Kepler Universität Linz, www.lios.at),
Mag. Markus Manz
(Expertise: Umwelttechnik, Umwelttechnik-Cluster Manager bei Clusterland Oberösterreich GmbH, www.clusterland.at) und Dipl.Ing (FH) Wolfgang Hennerbichler (Forschungsthema: Open Source Cloud Computing, Softwareentwickler bei RISC Software GmbH, www.risc-software.at).
Zu Beginn des Speeddatings stellte Frau Mag.a Christa Bernert vom bmvit die Initiative fti…remixed und die unterschiedlichen Dialogformate des Projekts vor. DIin Maja-Iskra Vilotijevic und Mag.a Stefanie Gartlacher vom Büro PlanSinn stellten das Konzept des Speeddatings, sowie die ForscherInnen/ExpertInnen kurz vor, bevor die erste Datingrunde losging. JedeR ForscherIn gab einen kurzen Überblick über ihren/seinen Forschungs- bzw. Arbeitsbereich.

Am Dating-Tisch mit Wolfgang Hennerbichler

Die ForscherInnen/ExpertInnen haben es wieder mal geschafft, sehr komplexe Forschungsfelder in einfachen Worten zu erklären, wie beispielsweise zerstörungsfreie Werkstoffprüfung via Laserultraschall, mit denen sich Clemens Grünsteidl beschäftigt: „In meiner Arbeit geht es darum, Schwingungen mittels Licht zu messen,“ antwortete er auf die Frage, wie man seinen Forschungsbereich in einem Satz erklären kann.
Auch die Arbeit von Iris Leitner lässt sich in relativ einfachen Worten kurz beschreiben: „Bioinformatik versucht Probleme aus der Biologie mittels Computersysteme zu lösen. Ich bin eigentlich Softwareentwicklerin, die mit biologischen Daten arbeitet. Große Datenmengen werden so verarbeitet, dass sie vom Menschen wieder leichter interpretiert werden können“.
„Wer von euch kennt Google, oder ist auf Facebook?“,
fragte Wolfgang Hennerbichler in die Runde. „Ich beschäftige mich mit den Technologien, die dahinter liegen.“
Markus Manz vom Clusterland Oberösterreich erklärte seine Arbeit anhand eines mitgebrachten Skis: „Ich beschäftige mich damit, wie man unterschiedliche Materialien, – beim Beispiel des Skis sind das Holz, Kunststoffe und Metall – wieder auseinander bekommt, wenn das Produkt entsorgt wird und wofür man die Ausschussmaterialien wiederverwenden kann.“
Auch Martina Mara stellte kurz Ihre Arbeit vor: „Ich beschäftige mich momentan hauptsächlich mit sozialwissenschaftlichen Aspekten von Mensch-Roboter-Beziehungen, insbesondere in Hinblick auf androide – sprich menschenähnliche – Roboter. Stefanie Schlager, die Chemie studiert hat und derzeit an ihrem Doktorat arbeitet, beschrieb ihre Forschungsarbeit im Bereich Photovoltaik am Institut für Organische Solarzellen anhand einer Tasche, mit eingebauten organischen Solarzellen, die einen Akku betreiben um beispielsweise Handies aufzuladen. Auch Katrin Engl ging anhand eines vereinfachten Beispiels auf Ihre Arbeit im Bereich 3D-Rekonstruktion von Oberflächen mit Hilfe optischer Systeme ein.

Jugendliche am Tisch mit Katrin Engl

Als der erste Gong erklang, ging es los: die Jugendlichen hatten an jedem Tisch je 8 Minuten Zeit, die ForscherInnen und ExperInnen mit ihren Fragen zu löchern.
Von besonderem Interesse für die Jugendlichen waren die Robotermodelle, die Frau Mara als Anschauungsobjekt mitgebracht hatte. Auch Frau Engls optisches Messgerät stand hoch im Kurs. Ein Mädchen berichtete: „Für mich war eigentlich bei jedem Tisch etwas neues und spannendes dabei. Super, dass alle einen Gegenstand ihrer Arbeit mitgebracht haben.“
Stefanie Schlager berichtete über ihre Eindrücke des Speeddatings: „Es hat mich sehr gefreut, dass unter den Jugendlichen ein reges Interesse an meinem Forschungsgebiet und allgemein dem Thema nachhaltige Energienutzung besteht. Außerdem habe ich gelernt, dass es nicht nur mir so gegangen ist, dass ich nach Schulabschluss nicht wusste, was ich studieren sollte. Die Frage, wie und warum ich mich für mein Studium entschieden habe, kam ziemlich oft. Es freut mich, dass ich den Jugendlichen meine persönlichen Erfahrungen diesbezüglich mitgeben konnte.“
Ein Jugendlicher über die Arbeit von Stefanie Schlagl: „Ich finde die Tasche mit den integrierten Solarzellen sehr praktisch, wobei man auf viel Sonnenlicht angewiesen ist, wenn man sie benutzen möchte. Leider funktioniert sie nicht im Mondschein, oder wenn’s regnet und die Sonne nicht scheint.“

Iris Leitner im Dialog mit den Jugendlichen

„Ich fand die Roboter sehr spannend, da man als Laie irgendwie einen Zugang zu diesem Thema hat und die anderen Gebiete, die besprochen wurden, komplexer waren,“ berichtete einer der Jugendlichen. Auch Martina Mara hatte Spaß am Forschungs-Speeddatign: „Es war sehr spannend für mich und wir haben viele interessante Dinge diskutiert. Beispielsweise gingen wir der Frage nach: warum braucht man Roboter und warum nicht? Und warum gibt es noch keine Roboter-Autos? Die Reaktionen der SchülerInnen auf meine Arbeit waren für mich sehr interessant. Die Frage, warum ein Roboter überhaupt menschenähnlich aussehen soll, wurde oft gestellt.“ Martina Mara erklärte auch, dass Roboter nur Gefühle ausdrücken können, wenn ihnen ein solcher Befehl programmiert wird. Auf die Frage, ob es für die Zukunft wünschenswert wäre, dass Roboter auch Gefühle haben könnten, kam die sehr konkrete Antwort eines Schülers: „Nein!“ Eine andere Anmerkung zu den Robotern: „Ich habe mir vorher noch nie darüber Gedanken gemacht, wie Menschen auf menschenähnliche Roboter regieren und dass es dazu psychologische Studien gibt.“

Markus Manz über seine Arbeit als Umwelttechniker.

Auf die Frage, wie ihre Erwartungen vor Beginn des Speeddatings waren und was sie jetzt darüber sagen kann, antwortete Katrin Engl: „Es war besser, als ich es mir erwartet habe. Es kamen sehr viele interessante Fragen von den Jugendlichen und es gab viel Interesse an meiner Arbeit. Auch die Frage nach meinem Studium kam sehr oft.“
Um nicht alle sieben Diskussionstische direkt hintereinander zu besuchen, gab es einen Pausentisch, an dem die Jugendlichen Zeit zum Entspannen und miteinander plaudern hatten. An jedem der Tische gab es außerdem Getränke und Snacks für alle. Auch der Spaß kam nicht zu kurz. Auf die Frage, ob er den Jugendlichen seine Arbeit gut vermitteln konnte, antwortete Clemens Grünsteidl: „Ich glaube, ich habe es erfolgreich geschafft, die Jugendlichen abzuschrecken. Mein Arbeitsplatz ist über die nächsten Generationen gesichert.“
Iris Leitner berichtete: „Die Reaktionen der Jugendlichen fand ich ganz besonders spannend. Die reichten von Stillschweigen über leises Zuhören bis hin zu sich überschlagenden Fragen. Es war wirklich alles dabei. Es kamen einige Fragen zum Programmieren, aber die Fragen sind immer wieder in die Biologie geschweift.“ Eine Teilnehmerin sagte über Iris Leitner’s Arbeit: „Ich fand die Bioinformatik sehr spannend. Dass man sich damit beschäftigt, biologische Daten mit Computersystemen leichter verständlich zu machen, darüber habe ich vorher noch nie nachgedacht.“

Clemens Grünsteidl erzählt über seine Arbeit.

Auf die Frage, welche Frage für ihn am unerwartetsten kam, antwortete Wolfgang Hennerbichler: „Ich hätte mir nicht gedacht, dass ich mich als Techniker vorstellen muss, weil es für mich selbstverständlich ist. Aber beispielsweise die Frage nach dem Datenschutz bei Google kam sehr oft.
„Für mich persönlich war die Umwelttechnik am interessantesten,“
so ein Jugendlicher über sein persönliches Highlight. „Ich finde, die Umwelttechnik ist ein sehr relevanter und zukunftsorientierter Bereich, da wir uns Gedanken darüber machen müssen, wie wir mit dem vielen Abfall umgehen,“ warf ein Mädchen aus der Runde ein. „Ich fand es sehr spannend zu erfahren, dass man in einer Tonne Handies mehr Gold findet, als in einer Tonne Gestein aus einer Goldmine,“ so ein anderer Jugendlicher.
Markus Manz über seine Eindrücke: „Ich freu mich sehr über die positive Resonanz und das Interesse an der Umwelttechnik. Es wurden sehr viele clevere Fragen gestellt: Umwelttechnik wird nicht als Sozial-Romantik verstanden, denn es kam sehr oft die Frage: wir rechnet sich das überhaupt? Das ist eine der Kardinalsfragen in der Umwelttechnik.“

Martina Mara im Gespräch mit den Jugendlichen

Ein besonderes Highlight des Speeddatings in Linz war die Preisverleihung der 2. Etappe des fti…remixed Forschungspasses. Frau Bernert überreichte eine Digitalkamera an Franziska Maier, die Zweite dieser Phase wurde. Franziska über Forschungspass-Engagement: „Ich habe viele Punkte bekommen, beispielsweise für einen Ars Electronica Besuch, worüber ich auch einen Text geschrieben habe. Ich habe auch ein Buch zum Thema Forschung gelesen und darüber einen Text geschrieben und Filme über Forschung im Internet angeschaut. Das hat mir auch alles sehr viel Spaß gemacht.“
Zum Schluss gab es noch einen großen Applaus für alle Jugendlichen und ForscherInnen/ ExpertInnen, die beim Speeddating „Show me the science“ in Linz dabei waren.

Diese Veranstaltung wurde von Dipl. Ing Maja-Iskra Vilotijevic und Mag. Stefanie Gartlacher vom Büro PlanSinn aus Wien konzipiert und moderiert.

Pausentisch!

Katrin Engl im Gespräch mit einem Schüler

Zwischen den Runden

Stefanie Schlager im Dialog mit den Jugendlichen

Iris Leitner am Daten mit den SchülerInnen

Runde Nr.5

fti-Speeddating „Show me the science“

Markus Manz im Dialog mit den Jugendlichen

fti-Speeddating „Show me the science“

Jugendliche am Diskutieren mit Clemens Grünsteidl


 

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Oktober 5th, 2012

Posted In: Erneuerbare Energien, ForscherInnen-Speeddating, Forschungspass, Frauen in der Forschung, Informationstechnologien

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